Jede Menge Konfliktpotenzial

Wo und wohin kann Rödermark noch wachsen?

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Der Kran steht schon – aber nur im Ort: Ein Teil der Äcker zwischen B 486, Dreieichbahn und Rodaustraße könnte nach Ansicht der FDP Bauland werden. Urberach würde nach Westen wachsen.

Rödermark – Wo und wohin kann Rödermark noch wachsen? Die FDP hat 26 Flächen – überwiegend Äcker und Wiesen – auf ihre Eignung als Bauland getestet. Und kam zu einem ernüchternden Ergebnis. Von Michael Löw

Bauplätze sind knapp. Diese Binsenweisheit gilt aber nicht nur für Wohnraum, egal in welcher Preisklasse, und Gewerbe, sondern inzwischen auch für Kitas, Seniorenheime und ein mögliches Rödermark-Gymnasium. Laut aktuellem Regional-Flächennutzungsplan hat Rödermark nur noch rund 35 Hektar an Reserven: 19,3 fürs Wohnen, 8,9 fürs Gewerbe, 7,2 für Gemeinbedarf und Sport.

Immer wieder im Gespräch: Das riesige Gebiet zwischen S-Bahn, Parkhotel, Bauernhof Gaubatz und Germania-Sportplatz bietet sich nur vordergründig an. Landwirtschaft, Naturschutz und Freizeitwert sprechen gegen eine Nutzung.

Das ist der FDP zu wenig, um das prognostizierte Bevölkerungswachstum von bis zu 2 000 Neubürgern aufzufangen oder Firmen Ansiedlungs- und Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten. Unter Federführung von Fraktionsvize Dr. Rüdiger Werner haben die Liberalen rund 70 Hektar Optionsflächen unter die Lupe genommen. Aber nur ein Bruchteil eignet sich als Bauland.

Chancen und Risiken der 26 Flächen beleuchten wir an einigen Beispielen.

Ober-Roden zwischen S-Bahn, Parkhotel und Germania-Gelände:

Die Felder und Wiesen beiderseits der Straße nach Rollwald sind – zumindest wenn sie nahe am Ortsrand liegen – vergleichsweise einfach zu erschließen. Aber nach Abwägung aller Konflikte wie Landwirtschaft (Aussiedlerhof Gaubatz), Naturschutz (Trockenwiesen, Lebensraum von Feldhasen), Freizeit und Lärmschutz bleiben nicht einmal sieben Hektar, verteilt auf drei Flure, für Wohnungen. Nicht rentabel, folgert die FDP. Rund 6,5 Hektar für Gewerbe sollten dagegen „nicht völlig aus den Augen gelassen werden“.

Ober-Roden zwischen Dreieichbahn, Rödermarkring und Albert-Einstein-Straße:

Die Erschließung dieses Gebiets stieß unter dem Stichwort „Baugebiet westlich der Marienstraße“ schon einmal auf großen Widerstand. Es  ist Teil der „Grünen Mitte“, hat viele Feuchtbiotope und ist Rödermarks größte Klimaanlage („Kaltluftentstehungsgebiet“). Dennoch hält die FDP 3,6 Hektar frühere Gärten, Ackerstreifen und verwilderte Flächen für potenzielles Bauland.

Urberach, südlich der B 486 vom Umspannwerk bis zur westlichen Stadtgrenze:

Hier sieht die FDP Raum für ein mindestens neun Hektar großes Gewerbegebiet. Die Anbindung ist hervorragend. Die große Entfernung zu den nächsten Häusern hat Vor- und Nachteile: kaum Belastungen für Nachbarn, aber durch die Entfernung relativ hohe Erschließungskosten. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind die Hochspannungsleitungen.

Urberach, nördlich der B 486 vom Bulauweg bis zur Stadtgrenze:

Dieses Areal, das von der Dreieichbahn durchschnitten wird, ist nach den Erkenntnissen der FDP weder Landschaftsschutz- noch Naherholungsgebiet. Theoretisch also fast ideal. 3,2 Hektar davon bieten sich als Ergänzung für das Gewerbegebiet auf der anderen Seite der Bundesstraße an. Drei Flurstücke südlich der Bulau von zusammen 0,6 Hektar sind ebenfalls konfliktfrei und für Wohnbebauung geeignet. Bei dieser Fläche lohnt sich aber die Erschließung nicht.

So leben wir nachhaltiger

„Es gibt keine größeren Flächen, die alle Bedingungen des Regionalverbandes für neues Bauland erfüllen“, lautet das ernüchternde Fazit.

Quelle: op-online.de

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