Wohngebiet dient Hochwasserschutz

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Mehrere hundert Meter Kanalrohre wurden „An den Rennwiesen“ schon verlegt, der Rest folgt in den nächsten Wochen. Regen- und Schmutzwasser wird getrennt gesammelt.

Urberach - (agr) Ab Frühjahr 2010 kann „An den Rennwiesen“ gebaut werden. „Eventuell sogar noch früher, wir liegen sehr gut im Plan“, sagte der Erste Stadtrat Alexander Sturm. „Dann können die Bagger anrücken.“

Momentan gräbt die Firma Depenbrock, die auch schon die Odenwaldstraße sanierte, die Kanalisation im Neubaugebiet zwischen Seewald und Bulau. „An den Rennwiesen“ werden Regen- und Schmutzwasser in getrennten Kanälen gesammelt. Durch die einen Meter dicken Rohre wird das saubere Niederschlagswasser zuerst in das neue Rückhaltebecken südlich der Dreieichbahn und von dort in die Rodau geleitet. Eine Drosselklappe begrenzt den Durchfluss auf 19 Liter pro Sekunde. Dadurch will die Stadt verhindern, dass die Rodau nach schweren Unwettern wie im Mai 2000 über die Ufer tritt und Gärten und Häuser überschwemmt.

Der Hochwasserschutz fürs Seewaldgebiet und Teile von Ober-Roden waren ausschlaggebend für die Ausweisung des Baugebiets. Über den Bebauungsplan wurde fast 40 Jahre diskutiert - Ende 2006 wurde er dann beschlossen.

Momentan werden außerdem die Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Gas, Telefon- und TV-Anschlüsse verlegt. Später kommen auch noch Baustraßen hinzu, die am Ende als Hauptstraßen des 17 Hektar großen Gebiets übernommen werden.

Für den Bau der Trennkanalisation investieren die Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR) nach Auskunft des Ersten Stadtrats circa 1,26 Millionen Euro. Für dieses Geld entstehen 1,8 Kilometer Schmutz- und 2 Kilometer Regenwasserkanal, etwa 900 Meter sind schon fertig.

Den Straßenbau veranschlagt Sturm mit etwa 930 000 Euro. Die Neu-Urberacher wohnen dann in einem Schriftsteller-Viertel: Karl May, Erich Kästner und Astrid Lindgren sind die Namensgeber von Straßen und Wegen.

Quelle: op-online.de

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