Bürgertreff feiert 25. Geburtstag

Wohnzimmer für viele Waldackerer

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Gemeinsam fast 180 Jahre geballte Lebensfreude: Julia Borsbach (84, rechts, mittlerweile in Urberach wohnend) und die 95-jährige Waldackerin Gertrud Schnier besuchen den Bürgertreff seit seiner Eröffnung. Erster Stadtrat Jörg Rotter dankte mit Blumen für so viel Verbundenheit.

Waldacker - Zwar nicht mit einer zünftigen Kerb wie früher, aber mit zahlreichen Gästen feierte der Bürgertreff Waldacker am Sonntag seinen 25. Geburtstag. Er war das erste öffentliche Gebäude des Stadtteils. Von Christine Ziesecke 

Am 14. August 1989, nach nur einem Jahr Bauzeit und tatsächlich im geplanten Kostenrahmen, hatte die Begegnungsstätte im sonst so stiefmütterlich behandelten Waldacker eröffnet. Entscheidungsträger waren Bürgermeister Walter Faust und Erster Stadtrat Alfons Maurer gewesen. Der Treff sollte vor allem Seniorinnen und Senioren dienen. Als Leiterin wurde die ehrenamtliche CDU-Stadträtin Lilo Haag eingesetzt, die sich mit den Seniorenbetreuerinnen Ingeborg Spieler und Astrid Tesar um das ältere Klientel kümmerte.

„Ein solcher Treff steht und fällt mit den Menschen, die ihn leiten. Gute Gebäude sind eine gute Grundlage, aber erst die Personen entwickeln den guten Geist. Wenn die Leitung nur ihre Pflichtaufgaben erledigt, ist das zu wenig“, betonte Erster Stadtrat Jörg Rotter in seiner Geburtstagsrede. Die zahlreichen Gäste unterstreichen - so Rotter - die große Akzeptanz des Bürgertreffs in dieser Stadt; die Nutzer fühlen sich wohl, seit Beginn schon.

Seniorenkreise, Mutter-Kind-Gruppen, Schachclub, Gymnastikgruppen, Lebenshilfe, Selbsthilfegruppen wie die „MosaikSteine“ haben fast von Anfang an hier ein Zuhause gefunden. Mittlerweile kamen Volkshochschulkurse, die Demenzgruppe „Leuchtturm“ der AWO sowie vor allem der Kindergarten Waldacker dazu, der wegen seiner drängenden Enge einige Aktivitäten „auslagert“ und damit junges Leben hier hereinträgt. Die Benutzergruppen sind vielfältig und groß geworden, die Kapazität ist fast erschöpft.

Überschriften aus der Offenbach-Post erinnern

Die Presseschau, die im Flur präsentiert wurde, erinnerte aber auch an kritische Punkte, die den Bürgertreff seit der Eröffnung begleiteten. Überschriften aus der OFFENBACH-POST wie „Hessens einziger Jugendtreff mit bunten Spitzendeckchen“ oder „Ein Treff für alle Bürger?“ zeigten, dass zahlreiche Anläufe offener Jugendarbeit scheiterten.

Das Alter der Besucher zeigte sich ganz besonders bei den Ehrengästen. Gertrud Schnier, mit 95 noch regelmäßiger Gast beim Kaffeeplausch, Christa Ruskoswski (91), Gisela Sulzmann (90) und Julia Borsbach (84) wurden mit Sonnenblumen für so viel Treue geehrt.

Ebenso seit 25 Jahren regelmäßig im Bürgertreff, allerdings als dienstbarer Geist auf der anderen Seite, ist Marita Fuchs, die gute Seele des Treffs. Zunächst von 1989 bis 2005 unter der Leitung von Lilo Haag, dann bis 2008 gemeinsam mit Simone Lotz und seither mit Edeltraud Schwab sorgt sie nicht nur in der Küche für den rechten Dreh, sondern ist auch stets lächelnder Portier, Putzteufel oder Gärtner.

Quelle: op-online.de

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