Worte in Mantel von Fremdheit gehüllt

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„Geknickte Spitzen“ heißt Martina Winkelmanns Erstlingswerk, eine Gedichtsammlung. Im Lauf des nächsten Jahres soll ein Roman folgen. Die Handlung ist zum Teil real: „Wir ahnen oft nicht, welche Menschen mit welchen Geschichten bei uns leben.“

Urberach (lö) ‐ Verstehen, verstanden werden und sich selbst verstehen - davon handeln die Gedichte, die Martina Winkelmann in ihrem ersten Büchlein veröffentlicht hat.

Trotzdem sind ihre „Geknickte Spitzen“ nicht immer einfach zu verstehen, viele der Verse erschließen sich erst beim zweiten oder dritten Lesen.

Aber diese intensive Beschäftigung will die Autorin ja erreichen. „Die neue Poesie zeichnet sich selten durch Beschaulichkeit aus. Die Worte sind oft in einen dichten Mantel von Fremdheit gehüllt“, sagt ihr Verleger Theo Czernik und führt das eingangs zitierte Gedicht mit dem Titel „Sprache“ als Beispiel an.

erst als die worte

sich entkleidet hatten

losgelöst von ihrem klang

aus unseren augen

und bewegungen

begann die sprache

uns zu verstehen

Martina Winkelmann, 1961 in Nordhorn geboren und in Tirol aufgewachsen, lebt seit 1983 in Rödermark. Zunächst in Ober-Roden, jetzt in Urberach. Sie hat Jura studiert, arbeitete als Juristin in verschiedenen Firmen und wechselte schließlich zur IHK als Leiterin des Forums Rhein-Main. Von 1997 bis 1999 berichtete sie als freie Journalistin für unsere Zeitung über das lokale Geschehen in Rödermark. Zum künstlerischen Schreiben kam Martina Winkelmann erst vor eineinhalb Jahren. „Warum hast Du nie etwas mit Literatur gemacht?“, fragte ihre Schwester und schenkte ihr prompt einen Schreibkurs bei dem Dramatiker Bodo Kirchhoff („Der Sandmann“).

Martina Winkelmanns Erstlingswerk steht bereits in den Regalen der Stadtbücherei. „Es ist erstaunlich, welche Kultursubstanz sich in Rödermark auftut“, freute sich Bürgermeister Roland Kern.

Den Gedichten will die Autorin nächstes Jahr einen Roman folgen lassen. Sie erzählt die Geschichte eines Medizinstudenten aus El Salvador, der aus seinem Heimatland flüchten musste, durch ein Stipendium nach Offenbach kam und heute Oberarzt in der Schweiz ist.

Quelle: op-online.de

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