Yannick Gäckle in den USA

Elf Monate Texas erweitern Horizont

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Von Texas aus hat Yannick Gäckle viele Reisen unternommen. Eine führte ihn und seine Gastfamilie zum Grand Canyon.

Waldacker - Yannick Gäckle verbrachte fast elf Monate als Austauschschüler in den USA. Von Michael Löw 

Er lernte ein gespaltenes Land kennen, in dem zwischen Wohlstand und Obdachlosigkeit nur ein Straßenzug liegt, erlebte Washington nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump und bangte nach seiner Rückkehr um seine Gastfamilie. Sie lebt in Houston, der vom Hochwasser schwer getroffenen texanischen Metropole. Die Urberacher CDU-Bundestagsabgeordnete Patricia Lips und das Parlamentarische Partnerschaftsprogramm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses haben Yannick Gäckle nach Texas gebracht. Der 17-Jährige, der an der Nell-Breuning-Schule die Leistungskurse Politikwissenschaft und Englisch belegt, hat sich für den Austausch beworben, Empfehlungsschreiben seiner Lehrer unterstützten ihn. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren flog er am 10. August 2016 nach Houston.

Seine Gasteltern leben mit ihren drei Kindern in einem gehobenen Wohnviertel mit eigenem Sicherheitsdienst. Eine Straße weiter war ein Treffpunkt für Obdachlose. Und der junge Deutsche lernte schnell: „Die USA sind kein Sozialstaat!“ Diese - nennen wir sie einmal offizielle - Kälte wurde durch die Herzlichkeit und weltoffene Haltung seiner Gastfamilie mehr als wettgemacht. Yannick Gäckle fühlte sich sofort daheim.

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Weil er durch einen politischen Austausch in die USA gekommen war, galt seine Aufmerksamkeit dem Wahlkampf ums Weiße Haus. Der lief ganz anders ab, als er es von Deutschland kennt. Weil Texas schon seit Jahrzehnten fest in republikanischer Hand ist, hingen in Houston keine Plakate. Weder von Hillary Clinton noch von Donald Trump.

Die Fernsehdebatte zwischen den beiden Rivalen war genau das Gegenteil der Kuschelrunde, die Angela Merkel und Martin Schulz am Sonntag hinlegten. Als Trump wie ein Tiger um seine Konkurrentin schlich, stand seine Gastmutter empört auf: „Das gucke ich mir nicht weiter an.“ Die liberal denkende Familie war trotzdem sicher, dass Hillary Clinton die erste Präsidentin der USA wird. Nur ihr Austauschschüler orakelte: „Freut euch nicht zu früh!“

Schwere Überflutungen in Texas: Keine Besserung in Sicht

Die weltoffenen Texaner haben"s Yannick Gäckle nicht übel genommen, dass er - auch zu seinem Leidwesen - Recht behielt. Man blieb auch nach seiner Rückkehr in Kontakt. Und so bangte der 17-Jährige in Waldacker, als das Hochwasser Houston überflutete: „Das Gegend ist dort flach wie Holland.“ Die Mutter, ihre drei Kinder und die neue Austauschschülerin brachten sich bei Verwandten in Oklahoma in Sicherheit. Der Vater hielt die Stellung, obwohl das Wasser schon durch die Garage schwappte. Das Haus blieb verschont.

Am Montag traf dann die Entwarnung per Mail in Waldacker ein: Alles glimpflich ausgegangen, Haus trocken, Familie und Gastschülerin wieder zusammen.

Quelle: op-online.de

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