Zahlen zeigen Schwachstelle

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Alfons Hügemann

Rödermark (bp) ‐ Keine Existenzgründung ohne Hürden und Anfangsprobleme. Wir sprachen darüber mit Alfons Hügemann. Er ist im Innovationscentrum Rödermark (IC) zuständig für Wirtschaftsförderung und Gründerberatung.

Was sind die drei schlimmsten Gründungsfehler?

Der generelle Aufwand wird gerne unterschätzt. Das gilt auch für die Frage der Finanzierung. Dabei sollte die Liquiditätsfrage unbedingt geklärt sein. Fehler werden auch beim Umgang mit Behörden gemacht, besonders bei handwerklichen Dienstleistungen und der Zusammenarbeit mit den entsprechenden Kammern.

Wie viel Eigenkapital braucht man mindestens für eine Firmengründung?

Bei den freiberuflichen Gründern können 500 Euro durchaus reichen. Zum Beispiel für ein Starterpaket für Werbeflyer und Visitenkarten. Es gibt aber auch Gründungen, die Software-Lizenzen voraussetzen, zum Beispiel bei EDV-Gründungen. Dann sind sie ganz schnell bei bis zu 10 000 Euro.

Überschätzen sich Ihre Kunden oder kommen sie mit realistischen Vorstellungen zu einem Gründergespräch?

Es gibt natürlich Vorstellungen, die nicht direkt umgesetzt werden können. Im Lauf des Beratungsgesprächs werden aber die realistischen Bedingungen dann abgeklärt. Dabei helfen wir in der Gründungsphase und auch danach.

Wie bringt man jemand schonend bei, dass er mit seiner Geschäftsidee auf dem Holzweg ist?

Wir schauen uns einfach die Zahlen an. Anhand der ersten Rentabilitätszahlen kann man die Schwachstellen sofort auflisten. Das wird den Kunden dann ganz schnell deutlich.

Haben Sie Kandidaten, die schon mehrere Anläufe genommen haben oder gibt es bei Ihnen immer nur eine einzige Chance?

Es gibt durchaus auch die zweite Chance. Gerade ältere Existenzgründer haben mehrere Gründungen hinter sich und einige Geschäftsideen ausprobiert. Generell haben wir aber meist Kandidaten, die ihre erste Chance nutzen, die dann auch aufgeht.

Quelle: op-online.de

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