Zahlt Stadt bei Saunarabatt drauf?

Urberach ‐ 50 Prozent Eintritt kann sparen, wer seine Eintrittskarte für die Sauna im Badehaus Rödermark über Online-Dienste wie groupon.de oder dailydeal.de ergattern kann. Von Michael Löw

Manfred Rädlein (Freie Wähler) wirft der Stadt vor, sie „verscherbele“ hochwertige Wellnesspakete. Kämmerer Alexander Sturm (CDU) verteidigt die Rabatte.

Verschleudert die Stadt mit großzügigen Rabatten für die Sauna Geld, obwohl das Badehaus Jahr für Jahr gut eine Million Euro Miese einfährt? Manfred Rädlein (Freie Wähler) ist im Internet auf eine Gutscheinaktion gestoßen, laut der 1549 Schnäppchenjäger Eintrittskarten zum halben Preis ergattert haben. Mehrere zehntausend Euro seien der Stadt so durch die Lappen gegangen.

„Verscherbelt“, so Rädlein, wurden nicht nur einfache Sauna-Tageskarten, sondern ganze Wellnesspakete mit Solarium, Honig-Ingwer-Massagen, Ganzkörper-Peeling und Essen im Restaurant.

„Ganz normales Marketinginstrument“

Rädlein hat prinzipiell nichts dagegen, übers Internet neue Kunden zu gewinnen. Doch mittlerweile sei die Rabattaktion zum Bumerang geworden: „Was gestern noch als gute Werbung für das Badehaus empfunden werden konnte, schlägt heute genau in das Gegenteil um. Nicht die Werbung ist das Problem, sondern die Zahl der vergünstigten Besuche.“

„Internet-Rabatte sind ein ganz normales Marketinginstrument“, rechtfertigt Sturm die Prozente, ohne die Zahl von mehr als 1500 verbilligten Karten zu kommentieren. Praktisch alle Bäder und Saunen aus der Umgebung würden sich an solchen Aktionen beteiligen. Rödermark ist seit Sommer 2010 dabei.

Sturm ist von der Online-Offerte überzeugt: „Sie hat uns ein deutliches Besucherplus gebracht. Wir konnten Kunden gewinnen, die bisher nicht in unsere Sauna kamen.“ Detaillierte Zahlen will er nächste Woche im Stadtparlament erläutern.

Quelle: op-online.de

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