Zankapfel Betreutes Wohnen

Rödermark ‐ Im Streit um Neubauten für alten- und behindertengerechtes Wohnen in Rödermark ist‘s noch ein weiter Weg bis zum Ziel. Denn die Opposition rückt wieder von einem Parlamentsbeschluss ab, den sie noch im Dezember mitgetragen hatte. Von Michael Löw

Auf dem Kirchengrundstück in der Erikastraße (Ober-Roden) könnte das Behindertenheim gebaut werden, das Bürgermeister Roland Kern (AL) gern auf dem derzeitigen Gelände der Berufsakademie (Urberach) gesehen hätte. Einigen sich die evangelische Gemeinde und die Behindertenhilfe, könnte an der Ober-Rodener Straße der Vorschlag der CDU/SPD-Kooperation für Betreutes Seniorenwohnen umgesetzt werden - so weit die Theorie.

Denn trotz einstimmigem Votum fürs Betreute Wohnen in Urberach (Stadtparlament am 7. Dezember) fordern AL, FDP und Freie Wähler nun wieder städtebauliche Gesamtkonzepte, eine neue Standortsuche oder gar den vorläufigen Stopp.

Die nun doch wieder auseinander driftenden Positionen im Überblick:

  • CDU/SPD-Kooperation: Sie bleibt dabei: Sobald die Berufsakademie (BA) hinters Badehaus umgezogen ist, werden in der Ober-Rodener Straße rund 40 Mietwohnungen mit Betreuungsmöglichkeit gebaut - der Ersatz für das Haus am Mühlengrund. Das Behindertenwohnheim der Behindertenhilfe Offenbach ist nach Ansicht der Fraktionsvorsitzenden Michael Gensert (CDU) und Armin Lauer (SPD) auf dem rund 2200 Quadratmeter großen Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden im Breidert am besten aufgehoben.
  • Andere Liste: Die AL hält ihre Forderung nach einem Gesamtkonzept für die Grundstücke Am Mühlengrund und Ober-Rodener Straße 18-20 aufrecht. Die Fraktion will in Urberach nicht nur Wohnungen für Alte und Behinderte, sondern auch eine Pflegeeinrichtung bauen. Daher fordert sie in der Februar-Sitzung die Aufhebung des Beschlusses, den sie am 7. Dezember noch mitgetragen hat.
  • FDP: Auch die Liberalen rücken von diesem Beschluss ab. Sie sehen keine Eile, weil die BA noch mindestens zwei Jahre an der Ober-Rodener Straße bleibt. Daher sollen die Kommunalen Betriebe nochmals alle denkbaren Nutzungsformen, Betreiber und Standorte auf den Prüfstand stellen.
  • Freie Wähler: Der FW-Stadtverordnete Manfred Rädlein lehnt eine Konzentration von Sozialprojekten gegenüber am Märktezentrum ab und möchte das frei werdende BA-Grundstück gewerblich nutzen. Das würde der Stadt seiner Ansicht nach Einnahmen von bis zu 1,5 Millionen Euro bringen. Als Alternativen fürs Betreute Seniorenwohnen soll der Magistrat das Gelände des Gallusheims oder das brach liegende Perlite-Werk prüfen.

Quelle: op-online.de

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