Zeitverlust schmerzt mehr als Geldstrafe

Urberach - (lö) Verstärkte Kontrollen der Ordnungspolizei sollen Konrad-Adenauer- und Traminer Straße (B 486) vom Schwerverkehr entlasten, der das Durchfahrtverbot missachtet. Zunächst einmal bis Juni will die Stadt den Druck auf Lkw-Fahrer erhöhen, kündigte Bürgermeister Roland Kern an.

Die SPD hatte im Herbst vorigen Jahres darüber geklagt, dass das 1992 eingeführte Durchfahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen immer häufiger ignoriert werde. Zahlen des Ordnungsamtes (siehe FAKTEN-Kasten) bestätigten diese Beobachtungen. „Die Verwaltung muss geltendes Recht konsequent umsetzen“, forderte der SPD-Stadtverordnete Luigi Delle Donne. Mehr Kontrollen bedeuten nach Ansicht der SPD automatisch mehr Abschreckung. Delle Donne regte darüber hinaus an, auf der B 45 schon vor der Ausfahrt Ober-Roden auf das Lkw-Verbot in Urberach hinzuweisen.

Lkw-Kontrollen sind nach Aussage des Bürgermeisters überaus personalintensiv: Vier bis fünf Ordnungspolizisten seien für Eingriffe in den fließenden Verkehr nötig. Die SPD müsse sich deshalb fragen, ob sie anderswo Verkehrssündern weniger auf die Finger schauen will. Der AL-Fraktionsvorsitzende Stefan Gerl warnte vor „zunehmendem Rowdytum“, wenn die Ordnungspolizei ihre Kontrollen vor Kindergärten und Schulen oder auf schmalen Bürgersteigen verringere.

Die Missachtung des Durchfahrverbots ist übrigens „nur“ eine Ordnungswidrigkeit, die mit 20 Euro geahndet wird. Stephan Brockmann, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes: „Diese Strafe tut den Fahrern längst nicht so weh, wie die Zeit, die sie durch die Kontrolle verlieren!“

FAKTEN

2006wurden an zehn Terminen 111 Lkw kontrolliert, 22 (19,8 %) missachteten das Durchfahrverbot.

2008 sank die Zahl der Kontrollen auf sechs. 51 von 145 Lkw-Fahrern bekamen Strafzettel (35%).

Quelle: op-online.de

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