Zentrum nimmt Gestalt an

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Die Lage der Bäckerei direkt neben der Kirche prädestiniert es nach Ansicht von Pfarrer Klaus Gaebler, Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat, geradezu als Begegnungsstätte.

Urberach (lö) ‐ Das neue Zentrum der St. Gallus-Gemeinde bekommt langsam ein Gesicht. Ein Architektenwettbewerb soll Klarheit über Optik und Raumkonzept bringen. Läuft alles nach Plan, können die Arbeiten auf dem Gelände der Bäckerei Edelmann im Sommer beginnen und im Mai nächsten Jahres abgeschlossen sein.

„Bei dem Projekt handelt es sich nicht um einen Umbau, sondern einen Neubau“, stellt der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates Ralf Liebscher klar. Obwohl die Kosten noch nicht feststehen, hat die Gemeinde bereits eine Finanzierungszusage aus Mainz. Das Bistum bezahlt 80 Prozent. „Deutlich mehr, als wir ursprünglich erwartet hatten“, freut sich Pfarrer Klaus Gaebler im Gemeindebrief. Die übrigen 20 Prozent müssen die Urberacher Katholiken aufbringen. Zahlreiche Spenden und die ein oder andere Aktivität zu Gunsten des neuen Gemeindezentrums, hätten deutlich machen, dass die neue Begegnungsstätte „an dieser Stelle auch gewollt ist“.

Das Bistum macht die Unterstützung solcher Projekte von der Größe der Gemeinde abhängig. Pro tausend Seelen subventioniert es nur 65 Quadratmeter Nutzfläche. 4000 Urberacher Katholiken bedeuten also maximal 260 Quadratmeter Gemeindehaus.

Das Gallusheim, an dem das Herz vieler Urberacher hängt, hat knapp 600 Quadratmeter, also mehr als das Doppelte der heute „erlaubten“ Fläche. Bei einer Sanierung müsste die Gemeinde nach den Berechnungen von Pfarrer und Verwaltungsrat also 75 Prozent der Kosten selbst aufbringen.

Die vom Kreis angeordnete Schließung des Gallusheims vor gut einem Jahr, die Diskussion über seinen Abriss und der Kauf der Bäckerei Edelmann haben die Urberacher Katholiken gespalten.

Das neue Gemeindezentrum (kleines Foto) orientiert sich optisch an der ehemaligen Bäckerei.

Nach einem Gespräch mit Generalvikar Dietmar Giebelmann, dem Verwaltungschef des Diözese Mainz, zeichnet sich seit wenigen Wochen ein Kompromiss ab: Weder das Gallusheim noch sein großes Außengelände sollen verkauft werden. Als Übergangslösung soll das Erdgeschoss - ohne den Saal - „mit minimalem Aufwand“ für eine Teilnutzung hergerichtet werden. Diese Billigsanierung würde das Bistum komplett bezahlen. Eine endgültige Entscheidung über das Schicksal des Gallusheims wird verschoben, bis das neue Zentrum direkt neben der Kirche eingeweiht wird.

Quelle: op-online.de

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