Ziegel mit zartem Schmelz

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Carmen Brößler, die Vorsitzende des Kirchenvorstande, servierte ebenso wie viele weitere fleißige Helfer die Köstlichkeiten, die im Akkord aus der Küche zugereicht wurden.

Urberach (chz) ‐ Nur kreative Aktionen sichern das Geld, das die Petrusgemeinde zur Sanierung ihres Kirchendaches braucht. Carmen Brößler, die Vorsitzende des Kirchenvorstands, hatte 2009 einen Wettbewerb der Ideen gefordert, und die Urberacher Protestanten ziehen immer wieder mit, um die Finanzdecke der Petrusgemeinde so stabil wie möglich zu halten.

In etwa vier bis fünf Jahren steht nun eine vollständige Dach-Erneuerung an, stellenweise schützen jetzt schon Folien notdürftig vor eindringender Nässe. Allein die Kosten für das Seitenschiff hat ein Statiker vorige Woche auf rund 60 000 Euro geschätzt.

„Unser wichtigstes Ziel ist es, keine neuen Darlehen dafür aufnehmen zu müssen – weshalb wir den Eigenanteil von rund 50 000 Euro schon vor Baubeginn angespart haben wollen“, erläuterte Pfarrer Oliver Mattes die Eichhörnchen-Sammelmethode.

Allein der Nachtisch war jede Kaloriensünde wert - auch in der Fastenzeit.

Die Gemeinde ist auf einem guten Weg: Im Frühjahr 2009 begonnen, liegen inzwischen durch Aktivitäten wie Basare und Feste oder durch Spenden knapp 20 000 Euro auf der hohen Kante. Rund 1 500 Euro davon kamen dazu, als der Männerkochclub mit dem Pfarrerehepaar Sonja und Oliver Mattes zum 2. Benefizdiner ins Gemeindehaus eingeladen hatte. 72 Gäste hatten jeweils 40 Euro gezahlt und freuten sich auf ein köstliches Mahl und höchst amüsante Unterhaltung. „Sie decken für uns das Dach, wir decken für Sie den Tisch!“ – mit dieser Vorgabe hatten unter der Leitung von Ralf Brößler die Köche Gerd Bauer, Manfred Dörsam, Uwe Ewert, Peter Kempf, Rüdiger Kurz, Dieter Neudert, Alfred Röder, Bernhard Rohde-Heidelbach, Herbert Schäfer, Holger Vierkant und Dirk Völker ein siebengängiges Menü gezaubert, dessen Schwerpunkt auf hessischen Spezialitäten lag. Von der Vorspeise Kartoffelbloatz mit Handkäs-Taler reichte die Palette bis zum Nachtisch Orwischer Luft auf Rhabarber-Ragout mit Dachziegeln – ein Traum von Schaum mit Biskuit-Ziegeln in Bitterschokolade (kreativ in gewölbten Alu-Grillschalen gebacken).

Zauberer Ello entführte die Gäste zwischen den Gängen in die Welt der Illusion, Francis Brößler tanzte Step, und Bettina Winter zauberte mit ihrer Stimme und der Klavierbegleitung von Ulrika Stahn Chansonstimmung in den Raum. Zur Künstlergage hatten die Metzgerei Lang und das Autohaus Szamatulski sowie ein privater Spender beigetragen. Pfarrer Oliver Mattes freut sich im Nachhinein: „Nicht nur ein finanzieller Erfolg und eine gute Werbung für unser Dach, sondern auch beste Werbung für unsere Gemeinde: es war ein sehr schöner Abend in angenehmer Atmosphäre.“

Quelle: op-online.de

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