Ist Bürgertreff nur Seniorentreff?

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Eintopf gab’s beim letzten vorweihnachtlichen Suppentisch im Bürgertreff. Zwei Mal in der Woche, immer dienstags und donnerstags, kochen Edeltraud Schwab und Maritta Fuchs (stehend von links) für Gäste, die sich angemeldet haben.

Waldacker (chz) - Zwei Tage lang haben sich Bürger und Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der Zukunftswerkstatt Waldacker, getroffen. Dabei stand immer wieder der Bürgertreff im Fokus der Kritik.

Auf der Suche nach einem Zentrum, das mehr Miteinander im Stadtteil ermöglicht, sollte der Bürgertreff besser genutzt werden. Das Haus in der Goethestraße soll die Basis für den Ausbau Waldackers zu einem lebens- und liebenswerteren Stadtteil werden.

Längere abendliche Öffnungszeiten, vielseitiger Freiraum für Jung und Alt sowie die stärkere Nutzung des Treffs zur Kommunikation und für ehrenamtliche Angebote - die Vorschläge aus der Zukunftswerkstatt waren breit gefächert. Sie umfassten den Ausbau des Dachgeschosses, das sich im „veredelten Rohbauzustand“ befindet, das Aufstellen einer Litfasssäule, mehr Transparenz über die Aktivitäten im Haus bis hin zu Hilfsangeboten.

Volker Engelmann etwa kritisierte, dass der Bürgertreff seinen Namen nicht verdiene: „Hier ist eben kein Leben für alle Altersgruppen möglich.“ Dies bestätigte auch Heide Bellwinkel-Hahn vom evangelischen Seniorenkreis. Und Christa Walter, eine mehrfache Mutter, vermisst jegliche Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche - wenn sie nicht gerade Schach spielen.

Gemeinsame Suche nach Lösungen angepeilt

Persönliche Fähigkeiten sollen jetzt zum Wohl der Allgemeinheit genutzt werden, um den Bürgertreff zum Treff aller Bürger zu machen. Als Portal dafür sollte die Internetseite www.quartier-waldacker.de zum ständigen Marktplatz der Möglichkeiten aktualisiert werden. Generell sieht der Maßnahmenkatalog vor, mehr Kommunikation zwischen den Teilnehmern der Zukunftswerkstatt zu pflegen und Ergebnisse zu veröffentlichen. Dazu gehört auch, vorhandene Angebote de Bürgertreffs publik zu machen.

Was dessen Mitarbeiterinnen Edeltraud Schwab und Maritta Fuchs schon als gegeben sehen: Das Haus sei weitgehend belegt, wie der Plan im Eingang zeige. Wesentlich mehr ist nach Meinung der Mitarbeiterinnen für zwei Personen ohne zusätzliche Putz- oder Kochhilfe kaum zu verkraften.

„Viele der vorgeschlagenen Aktionen gab’s sogar zu Zeiten von Lilo Haag oder Simone Lotz schon mal, doch sie sind nicht angenommen worden. Am offenen PC für Gäste etwa war eine Zeitlang mal ein Mann, sonst niemand“, erinnert sich Maritta Fuchs, die das Angebot des Bürgertreffs mit Lilo Haag aufgebaut hat. Eine Hemmschwelle zum Besuch gibt’s oft bei Älteren: „Da will ich noch nicht hin, so alt bin ich noch nicht...“ Aber wer erst einmal beim gemeinsamen Mittagessen war, kommt gerne wieder und bleibt auch zum Kartenspielen. Die wirklich offenen Aktivitäten sind allerdings wirklich weitgehend auf ältere Menschen beschränkt.

Gar nicht glücklich sind Edeltraud Schwab und Maritta Fuchs über den Vorwurf, dass der Treff meist verschlossen ist und Besucher erst klingeln müssen: „Wir können ihn nicht ganz offen lassen, wenn wir alleine sind.“ Mehrere Hausmeister kümmern sich darum, dass Gruppen oder anderen Nutzern die Tür geöffnet wird.

Nächster Schritt sollte ein Gespräch zwischen den Mitarbeiterinnen des Hauses einschließlich der Leitung des Fachbereichs und den Kritikern sein. Dazu bieten sich die regelmäßigen Treffen der Zukunftswerkstatt jeweils am ersten Dienstag eines Monats an, so etwa am 3. Januar um 18 Uhr.

Quelle: op-online.de

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