Zusammenspiel der Helfer klappt

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Ein Unfallauto an einer abschüssigen Böschung musste erst über Seilwinden abgesichert werden, ehe man es anheben und die „Verletzten“ befreien konnte.

Urberach (chz) - Ein großes Unfallszenario bot sich Schaulustigen bei der Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr: Ein Auto war einem Anhänger ausgewichen, der zu weit auf der Straße stand und streifte einen entgegenkommenden Kleinwagen. Der landete im Straßengraben.

Darin befand sich ein Schwerverletzter, zwei weitere Schwerverletzte waren im anderen Fahrzeug. Ein laufender Kassettenspielers mit Kindermusik und ein Kindersitz nährten den Verdacht auf ein fehlendes Kind, das weggelaufen war und jetzt mehrere hundert Meter abseits am Feldrand saß.

Bilder von der Jahresabschlussübung

Erfolgreiche Übung zum Jahresabschluss

„Wir hoffen, dass den Ersthelfern dieses Szenario auffällt und sie von sich aus darauf kommen, nach einer vermissten Person zu suchen“, sagte Einsatzleiter Marcel Kugler am Samstag vor dem Eintreffen der Feuerwehr und der Rettungsmannschaft der Johanniter-Unfallhilfe (JUH). Alle Einsatzkräfte haben nicht nur handwerkliche Arbeit zu leisten, sondern auch psychologische Unterstützung im Gespräch mit den Verletzten zu geben.

25 bis 30 Einsatzkräfte und fünf Fahrzeuge der Feuerwehr, dazu drei Rettungswagen mit acht Sanitätern der JUH – das war ein großer Einsatz, mit dem am Ende alle Übungsteilnehmer zufrieden waren. Nach rund 50 Minuten waren alle Verletzten trotz schwieriger Umstände sicher versorgt, die Schwerverletzten sogar noch früher, und das, obwohl auch die Rettung ihre Zeit dauerte. Mit der Rettungszange mussten Fenster und Türen zerschnitten werden. Der schräg am Hang liegende Wagen musste erst abgesichert und mit einer Winde am nächstgelegenen Baum angehoben werden.

Die Zuschauer, vor allem die Kinder, staunten über die gut geschminkten und lebensecht leidenden Verletzten-Darsteller Alexander Witzel, Andreas Witzel und Christian Rist. „Da danken wir vor allem Melanie Meyer von der JUH, die sie so originalgetreu geschminkt hat“, betonte Marcel Kugler, der besonders von Dieter Rumpf in der Vorbereitung unterstützt worden war.

Beim fachgerechten Absetzen des Kleinwagens an der steilen Böschung hatte Landwirt Carlo Geis mit seinen Geräten geholfen. Die Autos selbst waren auf dem Offenbacher Schrottplatz gefunden worden. Zum Einsatz kamen neben den üblichen Werkzeugen auch luftgefüllte Liegen, Rückenprotektoren und manches mehr, was beim Verdacht auf schwerwiegende Verletzungen als schützende Prophylaxe genutzt wird.

„Kleinigkeiten gibt’s immer, die man noch verbessern könnte, aber im Ganzen hats besser geklappt als wir erwartet hatten“, freute sich der Organisator zu guter Letzt, als auch noch die letzten Fahrzeugteile verstaut waren und die Straße von Scherben oder Ölrückständen gereinigt war. Auch die Johanniter waren rundherum zufrieden mit den Leistungen ihrer Schützlinge.

Zum Ausklang der Freiluftsaison der Urberacher Wehr gab’s anschließend am späten Nachmittag noch den traditionellen Kirchgang. Erstmals führte er in die evangelische Kirche, nachdem in diesem Jahr ein regelmäßiger jährlicher Wechsel zwischen den beiden Konfessionen beschlossen wurde. Anschließend feierten die Floriansjünger mit ihren Familien ein großes Herbstfest im Feuerwehrhaus, mit Musikanlage und Zauberer und der Ehrung langjähriger Mitglieder.

Quelle: op-online.de

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