„Zusammenspiel lässt Glauben wachsen“

Urberach (chz) - Wenn am 29. und 30. Oktober im Bistum Mainz neue Pfarrgemeinderäte gewählt werden, so ist das vor allem für die Urberacher Pfarrgemeinde St. Gallus eine Chance zu neuem Miteinander.

Seit ein paar Tagen wird der Aufruf zur Wahl verteilt, die unter dem Motto „Im Zeichen der Zeit“ steht – ein Slogan, der für die Urberacher eine ganz eigene Bedeutung hat.

„Wer an katholische Kirche denkt, denkt derzeit fast nur in negativen Schlagzeilen, vom großen Problem der Kindesmisshandlung bis herunter zu den Gemeindeproblemen. Aber die Menschen in unserer Pfarrgemeinde wollen nicht nur Negatives hören. Es ist nicht alles schlecht, vieles ist gut“, äußert sich Hugo Graf, Vorsitzender des Wahlausschusses, dem die Aufstellung der Kandidatenliste obliegt.

Die Pfarrgemeinde hat rund 3 300 Gemeindeglieder, von denen sich mindestens elf Kandidaten zur Wahl stellen müssen, um eine echte Wahl für die sieben neuen Pfarrgemeinderäte zu ermöglichen. Je mehr Kandidatinnen und Kandidaten, umso besser ist natürlich die Chance, dass sich ein breites Abbild der Gemeindeglieder darin spiegelt. Doch wie sollen in dieser zerrissenen derzeitigen Situation die der Gemeinde verbliebenen Gläubigen um Freiwillige werben, die ihre Zeit für diese Kirche, diese Gemeinde und zum Wohle aller einsetzen?

Der Wahlausschuss baut auf die vielen guten Erfahrungen, die es sehr wohl in der Gemeinde gibt, „denn St. Gallus ist mehr als Pfarrer, Küster und zwei Messdiener!“ Im Faltblatt zur Wahl hat der Ausschuss, dem außer Hugo Graf auch Eva Heilig, Gerd Mickler und Günther Faust angehören, neben den Aufruf von Karl Kardinal Lehmann eine Liste positiver Betätigungsfelder der Gallusgemeinde gestellt, die funktionieren und gerne in Anspruch genommen werden. Sie reicht von Lektoren und Kommunionhelfern bis zum Geburtstags- und Krankenbesuchskreis und zu all jenen Gruppen, die zur Ehre Gottes musizieren. Ob Festausschüsse für Pfarrfeste, Kochteam für Alleinstehende, Pfadfinder oder KJU – sie alle arbeiten aktiv mit und ihre Leistungen werden nur zu gerne von der Gemeinde in Anspruch genommen.

Der Flyer zeigt, was an positiven Arbeiten in der Pfarrgemeinde schon geleistet wird – in der Hoffnung, dass sich nun Kandidatinnen und Kandidaten finden, die für die nächsten Jahre die Geschicke der Gemeinde mit lenken möchten: „Eine Aufgabe, die wir gemeinsam bewältigen können“, sieht der Wahlausschuss optimistisch in die Zukunft.

„Wenn beide Seiten ihre Speerspitzen ein wenig zurücknehmen und versuchen im christlichen Miteinander in Dialog zu treten, wird das möglich sein.“

Wer Kandidaten benennen oder sich selbst zur Wahl stellen möchte, kann dies ganz unkonventionell im Briefkasten zur Pfarrgemeinderatswahl in der Traminer Straße 10 tun. Vorschlagsunterlagen gibt’s in der Kirche und im Pfarrbüro. Zudem wirbt der Ausschuss mit einem ganz persönlichen Brief bei engagierten Gemeindegliedern für dieses Anliegen: „Der Reichtum der Kirche sind die Menschen. Männer und Frauen, die ihre Stärken, Fähigkeiten, Charismen, aber auch ihre Begeisterung und Liebe zur Entfaltung bringen. Nicht Abschottung, sondern Zusammenspiel lässt den Glauben wachsen.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Axel Hoffmann/pixelio.de

Kommentare