Zwei Busstopps - und keiner mehr

Waldacker - (lö) CDU und FDP haben ihre Vorstellungen zum Umbau der B 459, die sich weitgehend mit denen der Bürgerinitiative „Hauptstraße Waldacker“, decken, am Dienstagabend im Stadtparlament durchgesetzt. Großen Teilen des Koalitionsantrags stimmten auch AL und SPD zu.

Doch bei den Dauer-Streitpunkten Bushaltestellen und Radweg klafften die Positionen auch nach eineinhalbstündiger Debatte weit aus einander.

Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten folgende Baumaßnahmen:

- Die südliche Ortseinfahrt erhält Torcharakter - sprich: künstliche Engstellen und Bäume sollen Autos bremsen.

- Entlang der gesamten Straße wird auf beiden Seiten ein Fußweg gebaut oder der alte Bürgersteig in Ordnung gebracht.

- In Höhe der Talstraße wird ein weiterer Fußgängerüberweg gebaut.

- Die Fußgängerampeln an Jäger- und Wingertstraße bleiben erhalten, neue Ampeln werden nicht gebaut.

„Eine verkehrstechnische Katastrophe für 40 Jahre in Zement gegossen!“

Tobias Kruger, CDU

Heftig, aber weitgehend sachlich stritten die Fraktionen über Zahl und Form der Bushaltestellen und die Führung des Radwegs. Unter dem Stichwort Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer hatten AL und SPD einen Zweirichtungs-Radweg auf der Ostseite der Bundesstraße gefordert - vergeblich allerdings. „Ich möchte nicht, dass Kinder einen Radweg direkt neben einer Straße benutzen, auf der täglich 16 000 Autos fahren“, begründete der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans Gensert die Haltung der Koalition. Die möchte zudem die Mehrzweckspur als Parkstreifen für Anwohner, Besucher und Handwerker erhalten. Gensert und der Bauausschussvorsitzende Tobias Kruger (CDU) plädierten für einen ausgeschilderten Radweg durchs Wohngebiet östlich der B 459.

„Sie betreiben Verkehrspolitik aus der Windschutz scheiben-Perspektive!“

Eckhard von der Lühe, AL

Die Bushaltestellen Waldacker/Süd und Mitte werden behindertengerecht als Busbuchten am Fahrbahnrand gebaut, der vor Jahren stillgelegte Stopp an der Lerchenstraße wird nicht wiederbelebt. Obwohl AL und SPD von ihrer Maximalforderung - Ausbau aller drei Haltestellen als so genannte Bus-Caps auf der Fahrbahn - abrückten und zwei Busbuchten hingenommen hätten, kam ihnen die Koalition nicht entgegen. Auch das Argument des SPD-Fraktionsvorsitzenden Armin Lauer, modernste Ampeltechnik verhinderte Staus an der Kreuzung zur Kreisquerverbindung, konnte diesbezügliche „Befürchtungen“ nicht ausräumen.

„Eine Neuaufteilung des Verkehrsraums zu Lasten des Automobilverkehrs!“

Armin Lauer, SPD

Bürgermeister Roland Kern bekundete ebenfalls noch einmal seine „persönliche Sympathie“ für Doppelradweg und Bus-Caps, war letztendlich aber zufrieden, dass das Parlament eine „Richtungsentscheidung“ getroffen hat. Die sei Grundlage für die abschließende Detailplanung, die die Stadt bis 30. September beim Land einreichen muss, damit sie einen Zuschuss bekommt.

„Ich glaube, dass Tobias Kruger und ich schon halbe Straßenplaner sind!“

Hans Gensert, FDP

(Die Zitate stammen alle aus den Reden der Fraktionsvorsitzenden und der verkehrspolitischen Sprecher zu den unterschiedlichen Planungsstadien des Umbaus der Ortsdurchfahrt Waldacker.)

Alle Fraktionen betonten, dass diese Planung bis zuletzt offen für Vorschläge von Bürgern sei. Scharfe Kritik von AL-Sprecher Karl Schäfer handelte sich dabei die Koalition ein, die in ihrem Antrag nur eine Beteiligung der Hauptstraßen-BI gefordert hatte: „Hier haben Sie sich vor den falschen Karren spannen lassen.“
Aber auch die CDU und FDP pflegten ihr Feindbild und ließen trotz Protest von Bürgermeister Kern kein gutes Haar an der ursprünglichen Planung des Büros VKT.

Quelle: op-online.de

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