Parlament fragt Experten zu sozialem Wohnungsbau

Zwischen Bedarf und Bezahlbarkeit

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Rödermark - Bezahlbare Mieten für Familien und alte Menschen sind eine Seite der Medaille, hohe Investitionen und Folgekosten für die Bauherrn die andere: Experten sollen Politik und Verwaltung Wege aus der Wohnungsknappheit zeigen.

Sie sollen bei einer Anhörung Möglichkeiten für den sozialen Wohnungsbau in Rödermark ausloten. Die SPD hatte das Thema mit Anfragen und Anträgen immer wieder aufs Tapet gebracht. Mit ihrer Beharrlichkeit hat sie auch die anderen Fraktionen überzeugt, dass die Stadt in die Wohnraum-Offensive gehen muss. Denn ihre 55 Sozialwohnungen sind allesamt vermietet, auf der Warteliste stehen 82 Namen: Elf Bewerber sind Alleinerziehende mit einem Kind, sechs sind Alleinerziehende mit mehreren Kindern. Das Gros der Suchenden - 22 - besteht aus Paaren mit mehreren Kindern. Dazu kommen sieben Paare ohne und zehn Paare mit einem Kind, 15 Singles und elf alte Menschen.

Mit Unterstützung der Experten soll die Stadt nun prüfen, wo es Grundstücke für den sozialen Wohnungsbau gibt, unter welchen Bedingungen private oder gemeinnützige Investoren als Bauherrn in Frage kommen und ob Familien tatsächlich die Leidtragenden der Wohnungsknappheit sind. Einen Termin für die Anhörung gibt es aber noch nicht. In Sachen barrierefreie Wohnungen sieht Sozialdezernent Jörg Rotter - ebenfalls auf eine Anfrage der SPD hin - die Situation entspannter: „Alle Bewerber über 60 Jahren bekommen eine.“ Die Stadt besitzt 167 Sozial- und frei finanzierte Wohnungen, 18 davon sind behindertengerecht ausgestattet: 15 im Haus Wittenberger Straße 1, drei in der Dahlienstraße. Dazu kommen die Belegrechte für 18 barrierefreie Wohnungen im neuen Franziskushaus der Caritas.

Die Hartz-IV-Wohnung

Die Hartz-IV-Wohnung

Die Kommunalen Betriebe wollen weitere Wohnungen nicht nach einen festen Plan, sondern nur bei Bedarf umbauen. „Barrierefreiheit ist nicht überall notwendig“, sagt Rotter. Auch viele alte Menschen kommen mit normalbreiten Türen, Treppen oder Schwellen zurecht.

(lö)

Quelle: op-online.de

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