Was zwitschert denn da nur?

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Von der Kläranlage Ober-Roden führte die Vogelstimmenwanderung des Naturschutzbundes bis an die Nieder-Röder Lache.

Ober-Roden (pul) ‐ Von den Temperaturen um den Gefrierpunkt und der Turmuhr, die gerade mal sieben Uhr früh geschlagen hatte, ließen sich die Teilnehmer der Vogelstimmenwanderung des Naturschutzbundes Rödermark (NABU) nicht abschrecken.

Schließlich, so heißt es, ist der Morgen die schönste Zeit des Tages und besonders an einem Feiertag wie dem Karfreitag besonders gut zu genießen. Warum sind die Vogelstimmenwanderungen der Naturschützer immer so früh am Morgen? Weil zu dieser Zeit fast alle Vögel aktiv sind, mit ihrem Gesang die Weibchen anlocken und ihre Reviere markieren, erläuterte Josef Lach vom NABU. Darüber hinaus lieben die meisten Naturfreunde die melancholische Stimmung in den frühen Morgenstunden, wenn die Sonne aufgeht und es noch recht ruhig zugeht in der zivilisierten Welt.

Apropos früh: das mit dem „Alle Vögel sind schon da“ stimmt Anfang April natürlich noch nicht. Pirol, Kuckuck, Waldlaubsänger und einige der Grasmückenarten halten ihr Gefieder doch lieber im warmen Süden in die Sonne und reisen erst später in unsere Breiten zurück. Trotzdem hörten die acht Teilnehmer an die 20 verschiedene Vogelstimmen. Und das ist schließlich der Grund, warum sie gekommen waren: um künftig zu wissen, welcher Piepmatz welche Töne aus seiner Kehle zaubert.

So identifizierte Josef Lach, der vom befreundeten NABU Rodgau bei dem Termin aushalf, neben den üblichen Verdächtigen wie Kohlmeise, Amsel und Buchfink, auch eine Goldammer, mehrere Singdrosseln, den Kleiber, den typischen Gesang des Zilpzalp, der ihm seinen Namen gab, sowie Rotkehlchen und auch zur Überraschung aller eine Mönchsgrasmücke, die der Naturexperte erst später aus dem Überwinterungsgebieten zurückerwartet hätte.

Entlang der Rodau, hin zum Naturschutzgebiet Nieder-Röder Lache begleiteten die dumpfen Rufe der Ringeltaube den Tross sowie der Gesang des Zaunkönigs, der immer wieder mit seiner kräftigen Stimme überrascht, einer Stimme, die man dem kleinen Kerl gar nicht zutraut.

Dass auch bei den Vögeln zurzeit die Hormone verrückt spielen, zeigten zwei sich jagende Mittelspechte, und die violett am Wegrand blühenden Vertreter der Veilchen machten deutlich - der Frühling ist längst da.

Quelle: op-online.de

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