Saison der Besonderheiten

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Intendant Bernd Loebe hat ein glückliches Händchen für Erstaufführungen und Fundstücke.

Frankfurt - Wenn das Kernrepertoire steht, darf der Spielplan auch ein wenig schillernder sein. Vor allem an der Oper Frankfurt, wo Intendant Bernd Loebe ein glückliches Händchen für Erstaufführungen und Fundstücke besonderer Art hat. Von Klaus Ackermann

Und das bei hochwertigem Niveau von Ensemble, Chor und des viel gepriesenen Opern- und Museumsorchesters. Zudem wird in Loebes zehnter Spielzeit Wagners viel Zustimmung erfahrener „Ring“ vollendet. Und mit Verdis „Otello“ steigt Generalmusikdirektor Sebastian Weigle erstmals ins italienische Fach ein.

Zum Auftakt der 300 Veranstaltungen der Saison 2011/12, darunter zwölf Premieren, kehrt ein guter alter Bekannter an den Main zurück. Hans Neuenfels, dessen ereignisreiche „Aida“ zur Gielen-Zeit noch in bester Erinnerung ist, wird Othmar Schoecks „Penthesilea“ (Erstaufführung) inszenieren. Die Produktion des Theater Basel von 1907 dirigiert Alexander Liebreich, Chef des Münchner Kammerorchesters und international gefragt. Die Titelrolle sang Tanja Ariane Baumgartner schon in Basel.

Emmanuel Chabriers „L’Étoile“ wird wieder beflügeln

Wenn ein Herrscher für die alljährliche Exekution an seinem Geburtstag einen Aufständischen sucht, ist das schon ein etwas härterer Operetten-Stoff. Emmanuel Chabriers „L’Étoile“ wird die schier unendliche szenische Fantasie von David Alden wieder beflügeln. Die Frankfurter Erstaufführung dirigiert der Ungar Henrik Nánási.

Gespannt sein darf man auch auf Wagners „Siegfried“, den der Bayreuth-Tenor Lance Ryan in Frankfurt singt. In der „Götterdämmerung“ wird Frankfurts vielbeschäftigter Johannes Martin Kränzle als Gunther zu erleben sein. Nach Vollendung gibt es gleich zwei „Ring“-Zyklen. Und zwar vom 2. bis 17. Juni und vom 22. Juni bis 1. Juli 2012. Regie bei Verdis „Otello“ führt Johannes Erath, der mit „Angels in America“ schon in Frankfurt reüssierte. Carlo Ventre gibt sein Rollendebüt als Titelheld, Elza van den Heever ist erstmals Desdemona, und Publikumsliebling Zeljko Lucic singt den Jago.

Modeschöpfer Christian Lacroix ist Kostümbildner

„Adriana Lecouvreur“, deren historisches Vorbild eine Schauspielerin der Comédie Francaise war, hat der Puccini-Zeitgenosse Francesco Cilea ein Operndenkmal gesetzt, das Vincenz Boussard inszenieren wird, der seine Karriere ebenfalls in der Comédie begann. Sein Kostümbildner ist Modeschöpfer Christian Lacroix, Dirigent Carlo Montanaro.

Ruth Berghaus hat in Frankfurt Janaceks „Die Sache Maropoulos“ inszeniert, jetzt ist der Brite Richard Jones dran, am Dirigierpult der Wiener Friedemann Layer. Zum Finale des Premierenreigens gibt es Strawinskys „The Rake’s Progress“ mit dem hoch geschätzten Dirigenten Constantinos Carydis und dem mit der Oper Frankfurt verbundenen RegisseurAxel Weidauer. Konzertant (auch in der Alten Oper) kann man Pietro Mascagnis „L’amico Fritz“ mit dem dirigierenden Senkrechtstarter Omer Meir Wellber und Wagners „Liebesverbot“ mit Sebastian Weigle erleben.

Uraufführung von „Wasser“ im Frankfurt LAB

Im Bockenheimer Depot gibt es die Frankfurter Erstaufführung von Cavallis „La Calisto“, die Jan Bosse inszeniert und der Belgier Christian Curnyn dirigiert. Von Arnulf Herrmann (geb. 1986) stammt „Wasser“, eine Koproduktion mit dem Ensemble Modern und der Münchner Biennale, die im Frankfurt LAB uraufgeführt wird.

Viel Neues, aber auch Werke auf die kein Opernhaus verzichten kann, in Frankfurt vor allem in den 14 Wiederaufnahmen präsent. Darunter sind Verdis „La Traviata“, Puccinis „Tosca“ und „Don Giovanni“, den der unverwüstliche Carlo Franci dirigiert, erstmals in Frankfurt mit Mozart befasst. Bei den acht Liederabenden gibt es ein Doppel von Bariton-Star Christian Gerhaher und Autor Martin Walser.

„Da lässt sich entspannt arbeiten“

Auf eine Auslastung von bislang 88 Prozent verweist Bernd Loebe nicht ohne Stolz. „Da lässt sich entspannt arbeiten“, kommentiert der Intendant.

Quelle: op-online.de

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