Schloss mit Fassade

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Das Berliner Humboldtforum in Gestalt des ehemaligen Stadtschlosses ist eines der prominentesten aktuellen Bauvorhaben in Deutschland.

Das Berliner Humboldtforum in Gestalt des ehemaligen Stadtschlosses ist eines der prominentesten aktuellen Bauvorhaben in Deutschland. Derzeit arbeitet ein Team aus Planern und Architekten an den Details des Gebäudes, das von 2013 an entstehen soll. Von Torsten Hilscher

Ihren Sitz hat die Projektgemeinschaft auf der Fischerinsel in Sichtweite des Schlossplatzes. Als Geschäftsführer fungiert der promovierte Architekt Clemens Kusch. Die architektonische Federführung hat der Italiener Franco Stella (Foto), der mit seinem Entwurf 2008 den Architekturwettbewerb gewonnen hat. Mit ihm sprach Torsten Hilscher.

Wie ist der Planungsstand?

Franco Stella: Wir haben am 20. Dezember beim Bundesamt für Bauordnung und Raumwesen (BBR) die Entwurfsplanung abgegeben. Wir rechnen mit einem Rücklauf in der ersten Hälfte 2011. In diesem Jahr soll dann auch die Genehmigungsplanung erfolgen. Vorgezogen haben wir die Ausführungsplanung für einige Fassadenteile, die zuerst zur Ausführung kommen sollen. Das BBR als durchführendes Baumanagement für den Bauherren, die Stiftung Berliner Schloss, sitzt auch hier im Haus.

Wie viel Leute arbeiten regelmäßig bei Ihnen für das Projekt?

Architekt Franco Stella über den Planungsstand beim Humboldtforum Berlin

Ein Architektenteam von circa 20 Personen; insgesamt beschäftigen sich 30 Personen mit dem Humboldtforum. Partner sind die Büros von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg) sowie Hillmer & Sattler und Albrecht (München/Berlin). Die Partner des Architektenteams wählte ich aus. Die Fachplaner wurden mit einem gesonderten Wettbewerb im Auftrag des Bundesbauministeriums ausgewählt. Sie beschäftigen sich mit der Tragwerksplanung, der Gebäudetechnik, der Akustik und anderem. Ständiger Mitarbeiter ist das Berliner Büro Stuhlemmer, das sich mit der Rekonstruktion der Fassaden beschäftigt.

Was wird aus der Kuppel?

Sie ist ein Thema unserer Planung. Zunächst wird eine vereinfachte Fassung aus geputzten Mauerwerk vorgesehen, die durch Natursteinteile ergänzt werden kann. Wir planen auch schon die Laterne, damit sie realisiert werden kann, wenn Geld da ist.

Was sind die größten Änderungen gegenüber dem Wettbewerbsentwurf?

Vor allem die Raumgestaltung der Agora, der westlichen Eingangshalle, hat sich deutlich verändert. Die Innenseite des dort befindlichen Schlossportals soll auch rekonstruiert werden. Es ist ein Portal nach dem Vorbild eines alt-römischen Triumphbogens.

Die künftige Agora war früher der Eosanderhof. Im Wettbewerbsmodell ließen Sie noch Platz für eine Rekonstruktion seiner Fassaden.

Ihren Sitz hat die Projektgemeinschaft auf der Fischerinsel in Sichtweite des Schlossplatzes. Als Geschäftsführer fungiert der promovierte Architekt Clemens Kusch. Die architektonische Federführung hat der Italiener Franco Stella (Foto), der mit seinem Entwurf 2008 den Architekturwettbewerb gewonnen hat. Mit ihm sprach Torsten Hilscher.

Im modern gestalteten Ostflügel planten Sie Freitreppen. Von da gelangte man zu offenen Loggien mit Blick auf den Fernsehturm.

Dort wird es nun Innenräume geben. Sie gleichen jene öffentlichen Räume aus, die ursprünglich in einem unterirdischen Geschoss unter der Agora angeordnet waren. Aber durch die tiefe Zurücksetzung der Fenster erhält die Ostfassade schon noch das Aussehen der großzügigen „Loggienmauer“.

Wirklich historisch nachempfunden werden ja lediglich drei Außenfassaden und drei Innenfassaden des barocken Schlüterhofs. Wie muss man sich die Konstruktion vorstellen?

Die barocke Fassade wird keine abgehängte Attrappe sein. Die äußere Schale ist ein 75 Zentimeter tiefes, selbst tragende Mauerwerk, wo alle Fensterlaibungen die originale Tiefe wiedergewinnen. Wenn auch die alten Pläne von Andreas Schlüter nicht mehr da sind, ist das Schloss doch so gut dokumentiert wie kaum ein anderes zerstörtes Gebäude.

Ursprünglich sollte der Bau 2013 fertig sein. Wie lautet der neue Termin?

Die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen, dann kommen aber noch die Ersteinrichtung und die Museumsausstattung.

Quelle: op-online.de

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