Schnecke trifft Schlange...

offenbach - Letztlich hat das alles Sabine Süßmann zu verantworten. Die ist zwar keine Köchin, aber Projektmanagerin der Stadtwerke-Holding.

Mit „Besser leben in Offenbach“ ist sie seit 2007 federführend für die Aufwertung in kleinen Schritten – und selbstredend mit schmalem Budget – in den Stadtteilen. In Lauterborn hat sie einiges erreicht oder im Projektzeitraum zumindest auf den Weg gebracht, konkret die Sanierung des Spielplatzes an der John-F. -Kennedy-Promenade. Allgemein: Die Benamung aller Spiel- und Bolzplätze im Offenbacher Süden. Das wurde unlängst mit einer lustigen Rallye gefeiert.

So firmiert der ehemals namenlose Platz an der Promenade nun als „Schnecke“. Es ist nicht die einzige Veränderung. Für 80 000 Euro ist die Anlage grundlegend saniert. Bis es soweit war, mussten sich die Kinder jedoch gedulden. Den Beschluss dazu fasste der Magistrat im November 2010, der Auftrag wurde im August 2011 vergeben, ausgeführt wurden die Arbeiten von März bis Mai.

Das Areal ist einer von elf Spiel- und vier Bolzplätzen in Lauterborn. Die meisten dieser Plätze wurden nach dem Bau des Stadtteils in den 70er Jahren angelegt und entsprechen nicht mehr den Anforderungen an abwechslungsreiches, zeitgerechtes Spielen. Das Bauamt hat in den vergangenen Jahren bereits die Plätze Richard-Wagner-Straße/Mödlingstraße sowie Kurt-Tucholsky-Straße grundsaniert.

Der heutige „Schnecke“ gehört mit gut 1 000 Quadratmetern zu den kleineren Plätzen in Offenbach. Vor der Sanierung reizte er wenig zum Spielen und Toben. Seine dunkle Farbgebung war wenig einladend. Jetzt heißt es: „Dschungel, Urwald, Natur.“ Das ist die Leitlinie für einen farbenfrohen Spielplatz, der für Kinder im Alter bis zwölf Jahren viele attraktive Angebote macht. Die Schlangeneinfassung des schattigen Sandspielplatzes ist ein besonderer Blickpunkt. Diese aus Natursteinblöcken herausgehauene Anakonda ist Ergebniss eines Workshops mit Edith-Stein-Schülern unter Anleitung des Bildhauers Simon Vogt.

Eine Landschaft aus Robinienhölzern und Seilen lädt zum Hangeln, Klettern, Balancieren und Beobachten ein. An Lianen wird das Spielhaus im Zentrum erklommen. Eine Rutsche vervollständigt das „Rauf und Runter“. Grafitti-Künstler Marcus Dörr hat die angrenzende schneckenförmige Mauer passend zum Motto „Dschungel“ farbenfroh gestaltet.

Lauterborn bietet Kindern ausreichend Raum, um sich auszutoben. Sabine Süßmann rief im Herbst Kinder und Jugendliche zur Namensfindung auf. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte keiner der Spielplätze einen individuellen Namen. Nicht zuletzt aus Gründen der Sicherheit ein Zustand, der zu ändern war. „Man lernt doch im Erste-Hilfe-Kurs, dass zu Beginn eines Notrufs der Standort genannt werden muss. Dies war in der Vergangenheit nur anhand der Straßennamen möglich“, erinnert sich Süßmann.

Mit dem Kinder- und Jugendparlament, Vertretern der Stadtverwaltung und der Polizei wurden Vorschläge erarbeitet; Kinder aus Lauterborn und der Jugendkunstschule bastelten Entwürfe. Damit die Namen für alle großen und kleinen Besucher der Spielplätze sichtbar sind, folgte im Anschluss die Beschilderung. Durch die Mitarbeit erhoffen sich die Verantwortlichen auch einen pfleglichen Umgang: Was man mitgestaltet hat, macht man nicht kaputt. J mk

Quelle: op-online.de

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