Gefangen zwischen Böse und Gut

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Als reizvolle Bilderschau inszenierte Intendant und Hauptdarsteller Dieter Gring (oben) „Die Schöne und das Tier“.

Hanau - Liebe, Liebe und nochmals Liebe. In der Inszenierung von „Die Schöne und das Tier“ der Hanauer Brüder-Grimm Märchenfestspiele dreht sich alles um das große Gefühl. Von Matthias Grünewald

Die Fee (Claudia Brunnert) liebt den Lehrer (Detlev Nyga) der schönen Tochter, ein Ganovenpärchen tut dies ebenfalls, und natürlich Prinz Astraell (Dieter Gring), der des Tags als wildes Tier umherziehen muss, weil ein böser Zauber auf ihm lastet. Liebe hoch drei also, die Regisseur Jean-Michel Fournereau in einer reizvollen Bilderschau vor dem Zuschauer im Amphitheater ausrollt.

Bewegung ist Trumpf bei diesem Liebesspektakel, so als müsse man diesem beständig nacheilen. Alles dreht sich auf der zweifachen Drehbühne, Türen gehen auf und zu, Bühnenelemente schweben begleitet von Theaternebel heran. Das Bühnenbild von Tobias von Wolffersdorf zeigt sich als äußert vielfältig. Als wolle es der Geschichte nacheifern, deren Handlung auf den verschiedenen Ebenen nicht immer leicht zu folgen ist.

Der böse Zauberer will das geheimnisvolle Vöglein, weil dessen Besitz große Macht verspricht. Die gute Fee will den Piepmatz ebenso - und erst recht das Gaunerduo. Dazu eine Fülle bedeutungsvoller Botschaften, vom Menschen gefangen zwischen Gut und Böse, aus dessen Umklammerung er sich nur Kraft seines Willens befreien kann. Die eigentliche Geschichte um die Liebe gerät da ein wenig zu kurz.

Die Textvorlage, ebenfalls von Festspielleiter Gring, fügt die Figur der Fee Kalia hinzu, die als Erzählerin die Fäden in Händen hält und der Tochter Calantha (Catrin Omlohr) den Wunsch nach dem Löweneckerchen förmlich eintrichtert. Dieser bringt sie prompt in Bedrängnis. Um den Vater zu retten, gibt sie sich dem Tier hin, Angst kennt sie dabei nicht, sieht das Monstrum auch noch so schaurig aus. Zärtlich streicht sie ihm um den Bart als sei dieser ein Schmusekater. „Ich habe gleich erkannt, dass deine innere Gestalt eine andere ist“, sagt sie.

Viele Prüfungen warten auf sie bis zur finalen Erlösung. Sieben Jahre muss sie ihrem Liebsten bis ans Ende der Welt hinterherreisen und dazu noch eine Nebenbuhlerin ausstechen, um die Liebe zurückzugewinnen. Drama pur, dessen Versprechen allerdings nur in Teilen erfüllt wird.

Quelle: op-online.de

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