Schrille Dackel, bewegte Stadtansichten

+
Moni Port mit Dackel in der Hand, Leonore Poth mit Architektur an der Wand

Offenbach - In der Offenbacher Galerie Salon 13 stehen zwei Positionen einander gegenüber, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite in bunter Pastellkreide auf Papier geworfene Skizzen von Leonore Poth, die wie eingefrorene Momentaufnahmen die Bewegung eines Zeichentrickfilms in sich tragen. Von Ulf Sölter

Auf der anderen Tierstudien von Moni Port, statisch, in sich ruhend. Verbindendes Element ist der grafische Charakter. Von Port sind Zeichnungen wie Druckgrafiken zu sehen, die eine Entwicklung dokumentieren. So finden sich scharf beobachtete, naturnahe Tierstudien wie die eines Rotkehlchens. Die exakte Wiedergabe der Physiognomien erinnert an die Darstellungen der Frankfurter Naturforscherin und Künstlerin Maria Sybilla Merian.

Kraftvoller und bedeutender sind die in ihren Formen reduzierten Drucke mit Tierdarstellungen, die in ihrer Klarheit und Symbolhaftigkeit wie Piktogramme wirken. In dieser Reihe findet sich ein Motiv, das nicht nur Hundebesitzer begeistert. Auf mehreren querformatigen Blättern zeigt Port in schrillen Farben die lebensgroße, zweidimensionale Gestalt eines Dackels. Bisher erfuhr diese unscheinbare Kreatur selten Würdigung, etwa in den gefühlvollen „dog paintings“ des Briten David Hockney. Port hingegen stilisiert das Tier plakativ zur Ikone, ähnlich den neonbunten Marilyn-Monroe-Siebdrucken des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol.

Poth zeigt das Flüchtige und Leichte

Poths Bilder charakterisieren schnell gezeichnete Linien, das Flüchtige und Leichte. Die Wand mit den nebeneinander hängenden Arbeiten wirkt wie das Storyboard – zeichnerische Umsetzung des Drehbuchs – eines Films über Orte im Stadtraum. Arbeiten wie „Bahnhofsviertel“, „Osthafen“, „Honsellbrücke“ machen Lust auf mehr, vor allem auf bewegte Bilder: Poth war Lehrbeauftragte für Animationsfilm in der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Gern schaut man sich nach diesem Rundgang eine Auswahl ihrer filmischen Arbeiten unter leonrepoth.de an! 

 Moni Port und Leonore Poth, „Tiere und Bauten“, bis 22. November beim Bund Offenbacher Künstler, Galerie Salon 13, Kaiserstraße 13. Geöffnet Mittwoch und Sonntag, 15 bis 18 Uhr, und nach Vereinbarung unter S 069 24249233

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare