Holzhausenquartett bei Burgfestspielen

Schwangerschaft und Sommernacht

+

Dreieichenhain - Waren es die Schwangerschaftshormone – oder einfach nur die überschäumende Stimmung an einem lauen Sommerabend im Dreichenhainer Burggarten? Von Carsten Müller

Das Holzhausenquartett gastierte nach Grimm-bedingter Pause wieder mit dem Kammer-Musical „Ein Sommernachtstraum“ bei den Burgfestspielen – doch diesmal war manches anders als zuvor.

Sabine Fischmann, unübersehbar im sechsten Monat, avancierte umstandsbedingt zum Dreh- und Angelpunkt des Bäumchen-wechsel-dich-Spiels, frei nach Shakespeares Komödie um Liebespaare und Elfenzaubereien im nächtlichen Wald. Sämtliche Rollen brachten Fischmann und Krabbe mit Minimal-Requisiten und in atemberaubenden Wechseln auf die Bühne. Das turbulente Geschehen grundierte Markus Neumeyer (Musik) am Klavier mit geläufigen Boogie-, Jazz- und Barockklängen, während der virtuos singende wie Origami faltende Bariton Berthold Possemeyer zeitgenössische Liebeslieder beisteuerte.

Als böte Fischmann und Krabbes Pointen und Poesie verbindende Textvorlage und deren kongeniale Umsetzung durch die in Schlafanzügen auftretenden Sängerschauspieler nicht schon Zündstoff genug, kalauerten die beiden drauf los, was das Zeug hielt. Und brachten sich mit Stegreif-Dichtung und Neckereien selbst aus dem Konzept. Das Publikum ließ sich von solcher Spielfreude anstecken und ging begeistert mit.

Quelle: op-online.de

Kommentare