Ungegenständliche Farbimpressionen von Ellen Hug und Porträts von Manfred Maria Rubrecht im Salon 13 beim Bund Offenbacher Künstler

Selbstbildnis nach Anschauen einer Fastnachtssendung

Rubrecht und Hug mit einigen ihrer Werke

Während den einen Maler das Lachen inspiriert, kann es für den anderen Trauer sein. „Figurativ – Nonfigurativ“ heißt die aktuelle Ausstellung im Salon 13, der Galerie des Bundes Offenbacher Künstler (BOK). Ellen Hug zeigt ungegenständliche Farbimpressionen, Manfred Maria Rubrecht Porträts. Der Gegensatz könnte größer kaum sein, doch die Bilder interagieren sehr stimmungsvoll.

Beide verbindet der beige Hintergrund.

Hug bringt Erinnerung an die Wüste auf die Leinwand, sie lebte 20 Jahre in Afrika. Bei manchen Werken fügt sie mehrere Lagen Papier übereinander, teils selbst geschöpft, was eine schillernde Oberfläche erzeugt, auf deren Grund blaue, gelbe und rote Edelsteine zu funkeln scheinen. Die Fasern schaffen eine unregelmäßige Textur. Auf manchen Bildern ist es eine feine blaue Linie, die den Hintergrund durchbricht.

Statische Elemente drängten in die Bilder, nachdem sie erfuhr, dass ihr Mann sterben würde. Erst nach der Trauer kehrte das Licht zurück. Aus dieser Zeit stammt die Serie „Transzendenz“, fenstergroße Leinwände mit Pigmenten in Ocker, Braun, Schwarz, Rostrot. Auch geometrische Elemente, mit dem Unterschied, dass dahinter Licht quillt.

Rubrecht präsentiert drei Männerporträts: Der linke Kerl hat den Kopf zurückgeworfen und scheint zu schreien, ein Geschirrtuch überm Kopf. In der Mitte ein Mann mit Brille, Kopf nach links, Augen fast geschlossen, den Mund wie unter Schmerzen aufgerissen. Rechts ein Gesicht, ein Geschirrtuch um den Kopf. Rubrecht verwendete es in Ermangelung von Brokat; die Inspiration lieferten Selbstporträts von Rembrandt. Die Serie „Lachende“ entstand aus Verwunderung darüber, dass es in 600 Jahren keine Darstellung von Lachen gegeben habe. In den gesellschaftlichen Kreisen, die sich Porträts leisten konnten, sei es für einen Mann unwürdig, für eine Dame unzüchtig gewesen, sich in fröhlicher Laune abbilden zu lassen.

Drei Leinwände zeigen Selbstporträts eines Mannes mit wenig Haar und dickem Hals, einen schwarzen Rollkragenpullover am Leib, eine Luftschlange über dem Kopf. Der Ausdruck reicht von behäbig bis überdrüssig. Die Reihe heißt „Couchpotatoe“; der Künstler lächelt: „Das bin ich nach ,Mainz wie es singt und lacht’.“

Rubrecht übt vor dem Spiegel, macht Fotos unter Verwendung von hartem Licht und verfremdet mit breitem Pinsel. Er tupft die dunklen Partien, für die hellen lässt er den Untergrund durchscheinen. Ein paar Elemente führt er pastos aus.

Im letzten Raum finden sich klassische Porträts zweier Frauen gegenüber Hugs „Innenräumen“. Beide ergänzen sich zu dieser sehenswerten Ausstellung, die zwei Leidenschaften einander gegenüberstellt. TINA OWCZAREK

Ellen Hug, Manfred Maria Rubrecht: „Figurativ – Nonfigurativ“, Salon 13, Kaiserstraße 13, Offenbach. Eröffnung: Samstag, 18 Uhr. Bis 18. Juli Mittwoch und Sonntag, 15 bis 18 Uhr. http://www.bok-of.de

Quelle: op-online.de

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