Seniorinnen lassen sich nicht ins Bockshorn jagen

Dieburg - (eha)  Der Versuch unbekannter Anruferinnen, mit der arglistigen „Enkeltrickmasche“ an das schnelle Geld zu kommen, ist in Dieburg kürzlich an der Aufmerksamkeit und richtigen Reaktion ihrer potenziellen Opfer gescheitert.

Eine Frau gab sich bei einer 81 Jahre alten Dieburgerin am Telefon als Verwandte aus. Sie sei knapp bei Kasse und brauche dringend Geld, sagte sie der Seniorin. Die ältere Dame gab vor, das Geld am Nachmittag zur Verfügung zu stellen. Danach benachrichtigte sie ihren Sohn, der die Polizei alarmierte. Die Unbekannte tauchte weder auf, noch meldete sie sich telefonisch.

Fast zeitgleich ging ein zweiter Hinweis bei der Polizeistation Dieburg ein. Danach hatte sich ein vergleichbarer Fall - diesmal bei einer 79-jährigen Dieburgerin - abgespielt. Auch diesmal scheiterte die Täterin. Ihr Opfer ließ durchblicken, dass sie der Anruferin keinen Glauben schenke. Eine weitere Kontaktaufnahme fand nicht statt. Ob es sich in beiden Fällen um dieselbe Anruferin handelte, ist ungewiss.

„Die Fälle, bei denen vermeintliche Verwandte Geld für Notlagen erbetteln, reißen nicht ab“, sagt Karl Kärchner von der Polizepressestelle in Darmstadt. Die Masche sei simpel. Es würde am Telefon verwirrende Geschichten über angebliche Notfälle vorgetragen, die nicht selten Angst machten. Dabei werde ein Verwandtschaftsverhältnis vorgetäuscht. Sehr oft werde ein Freund avisiert, der das Geld abhole, weil man selbst verhindert sei.

„Wenn die Täter nicht weiter kommen, folgt die nächste Variante“, sagt Kärchner. Ein vermeintlicher Polizist ruft an, empfiehlt dem Opfer, zum Schein auf die Geschichte einzugehen, um die Täter dingfest zu machen. „Selbstverständlich ist der angebliche Polizist über alle Berge und das Geld mit ihm“, sagt Kärchner. Er hat deshalb einige Tipps parat, wie man sich vor Betrügereien schützen kann. „Seien Sie misstrauisch, wenn per Telefon angebliche Verwandte unter welchem Vorwand auch immer, Kontakt aufnehmen - insbesondere dann, wenn es um Geld geht“, sagt er. Zudem sollte man immer eine Person seines Vertrauens über den Anruf informieren. Kärchner: „Und im Zweifelsfall die Polizei benachrichtigen.“ Und auch andere ältere Mitbürger, Verwandte und Freunde soll man darüber aufklären, dass immer wieder Telefon-Betrüger zum Hörer greifen.

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