„Rock The Ballet“

Sie sind sexy – und wissen es

+
Klassische Ballett-Elemente kombiniert mit Modern Dance, HipHop und ein wenig Step- und Jazztanz. Dieses Rezept macht „Rock The Ballet“ zum Erfolg.

Frankfurt - Die Bilanz kann sich sehen lassen: Über eine Million Menschen sahen „Rock the Ballet“ bei mehr als 750 Aufführungen in über 20 Staaten. Dass die Show fortgesetzt wird, überrascht also wenig. Von Veronika Szeherova

An der Erfolgsrezeptur, im Jahr 2008 von US- Tänzer und Choreograph Rasta Thomas zusammengemixt, hat sich auch im zweiten Teil nichts geändert: Klassisches Ballett trifft auf Modern Dance, Gesellschaftstanz und HipHop. Dazu eine ordentliche Prise Sexappeal – und fertig ist eine Show, an der das Teenie-Mädel ebenso Gefallen findet wie seine Großmutter. Die Frankfurt-Premiere am Dienstag in der Alten Oper wurde vom Publikum mit Applaus im Stehen belohnt.

Rasta Thomas, der diesmal nicht selbst tanzt, sondern seiner Compagnie „Bad Boys of Dance“ den Vortritt lässt, hat Musikstücke gewählt, die für die Massen taugen: Von Charterfolgen der vergangenen Jahre wie „Moves Like Jagger“ von Maroon 5 oder „Yeah“ von Usher über Langzeithits wie „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees bis hin zu Hymnen wie „We Are The Champions“ von Queen oder „They Don’t Care About Us“ von Michael Jackson – an Ballett denkt da zunächst keiner. Wie gut aber die klassischen Figuren dazu passen, wenn sie in knackigen Jeans, mit frechem Grinsen und viel Akrobatik vorgetragen werden, ist verblüffend. Die Tänzer scheinen weder Gesetze der Schwerkraft noch Grenzen der körperlichen Bewegungsfreiheit zu kennen. Eine Videoleinwand projiziert den passenden Hintergrund. Zu Aerosmiths „I Don’t Wanna Miss A Thing“ verwandelt sich die Bühne in den Weltraum – ein Sternenmeer, in dem zwei Liebende zueinander finden. Ausgeträumt hat es sich bei Coldplays Trennungssong „The Scientist“. Vor verschneiter Landschaft verzweifelt das Paar an sich selbst. Trotzdem, eine Story beansprucht „Rock the Ballet“ nicht. Jeder Song steht für sich.

In der zweiten Hälfte nimmt die Show Fahrt auf. Schlag auf Schlag folgen die Nummern aufeinander. Die sechs männlichen Tänzer tragen Anzug, Hemd und Krawatte. Ein Hauch Chippendales-Feeling kommt auf, als sie sich dieser unter zustimmendem Applaus der weiblichen Zuschauer nach und nach entledigen. Am Ende tanzen sie mit nacktem Oberkörper. „I’m Sexy And I Know It“ lautet der Titel der letzten Zugabe. Da kann man den Jungs nur schwer widersprechen...

„Rock The Ballet“ gastiert noch bis Sonntag, 31. März, in der Alten Oper Frankfurt.

Quelle: op-online.de

Kommentare