Sinn für Absurditäten

Axel Hackes Kolumnen, die der gebürtige Braunschweiger seit 20 Jahren im SZ-Magazin veröffentlicht, klingen zwar auf den ersten Blick nach netten Alltagsgeschichtchen. Tatsächlich aber verbergen sich hinter den mit lockerer Hand arrangierten Momentaufnahmen um Paola, Luis und einen Kühlschrank namens Bosch eine hervorragende Beobachtungsgabe und ein Sprachwitz, der seinesgleichen sucht. Von Maren Cornils

Kein Wunder also, dass Hackes Auftritte im Mousonturm Frankfurt nahezu ausverkauft sind.

„Das Beste aus aller Welt“ verspricht Hacke seinen Zuhörern, dabei handelt es sich um eine spontane Auswahl an Geschichten, die Hacke Abend für Abend nach Lust und Laune neu zusammenstellt. Leisten kann er sich das Baukasten-Prinzip ohne Weiteres, denn Hacke versteht es, seine Geschichten bruchlos zu einem wunderbar amüsanten Abend zu verknüpfen. Dass der Kolumnist mit der spitzen Feder auch noch jede Menge schauspielerisches Talent besitzt – Glück für sein von der ersten Minute an begeistertes Publikum.

Nach welchem Prinzip erarbeiten sich Kinder Sprache, fragt Hacke in seiner ersten Geschichte, um die zweijährige Sophie, deren knapper Wortschatz auch den kindlich gelispelten Satz „Oh, Scheiße, mein Handy“ beinhaltet. Nicht minder witzig ist Hackes Versuch, seinen italienischen Verwandten einen Ermüdungsbruch zu erklären. „Ich gelte dort, wo meine Frau herkommt, als Dorftrottel, über dessen Auftritte man sich noch monatelang amüsiert.“

Doch nicht nur, wie „Onion rings“ („Zwiebel ruft an“) auf einer griechischen Speisekarte übersetzt wird, lernen Hackes Fans, sondern auch, dass der Autor zu cholerischen Anfällen neigt, dass er Grillen hasst, aber Malaga-Eis verfallen ist. Bevor er in der zweiten Hälfte des Abends „Verhörer“ aus seinem beliebten Buch „Der weiße Neger Wumbaba“ zum Besten gibt, beweist Hacke mit einer Geschichte von den Raben, die Tabletten gegen Sodbrennen klauen, noch einmal Sinn fürs Abstruse.

Quelle: op-online.de

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