„The Silk Road“ in der Jahrhunderthalle

Sinnesreise nach Fernost

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Anmutiger Tanz: Bis ins kleinste Detail sind die Bewegungen ausgearbeitet und aufeinander abgestimmt.

Frankfurt - Gemächlich trotten Kamele über die Bühne, beladen mit verzierten Satteltaschen und begleitet von Männern in weiten Pluderhosen. Im Hintergrund erklingen die ersten Takte der Musik. Von Lena Marie Jörger

Schon jetzt haben die meisten Zuschauer vergessen, dass sie gerade in der Jahrhunderthalle sitzen. In „The Silk Road“ – die Seidenstraße – nimmt das Gansu Dance Theatre aus China sein Publikum mit auf eine abenteuerliche Reise nach Fernost, entlang der legendären Handelsroute, die Morgen- und Abendland miteinander verband.

Die Theatergruppe erzählt dabei in sechs Akten die Geschichte des chinesischen Malers Shenbi Zhang und dessen Tochter Yingniang, die auf der Seidenstraße den Geschäftsmann Yinus aus Persien retten wollen. Eine Räuberbande vereitelt das allerdings und verschleppt die junge Frau. Erst Jahre später sehen sich Vater und Tochter wieder, doch die Freude währt nicht lang: Shenbi schickt Yingniang mit Yinus nach Persien, um sie zu schützen. Wieder vergeht einige Zeit, bis der Geschäftsmann erneut nach China reisen muss und Yingniang mitnimmt. Der Beamte Douhu, der die junge Frau zurückhaben will, überfällt die persische Karawane. Shenbi gelingt es zwar, Yinus zu warnen, allerdings wird er dabei verletzt und stirbt. Yingniang reist daraufhin nach Dunhuang, wo Diplomaten mehrerer Länder ein Treffen abhalten. Sie berichtet von Douhus Gräueltaten, die Verantwortlichen sind schockiert und töten den Mann zur Strafe.

Eines der besten chinesischen Tanzdramen

„The Silk Road“ gilt als eines der besten chinesischen Tanzdramen und besteht schon seit 34 Jahren. Während die Show international Erfolge feierte und Preise abräumte, ist sie hierzulande noch unbekannt. Lange kann das aber nicht mehr dauern. Die Deutschlandpremiere Frankfurt und die darauf folgende Vorstellung waren ein voller Erfolg. Das Stück beschreibt die enge Freundschaft zwischen den Ländern entlang der Seidenstraße und dem chinesischen Volk. 50 Tänzer bringen die Geschichte um Shenbi und Yingniang auf die Bühne, verkörpern ihre Rollen überraschend ausdrucksstark und ohne ein einziges gesprochenes Wort. Allein die bis ins kleinste Detail ausgeführten Bewegungen und die Mimik verraten ihre Gefühle. Dabei mischen die Darsteller Elemente aus dem klassischen Ballett mit Akrobatik zu einer einzigartigen Kombination.

Die Inszenierung ist vor allem eines: bunt. Nicht nur die seidenen Gewänder der Tänzer, sondern auch die Bühnenbilder leuchten in allen Farben. Die aufwendig gestalteten Kulissen zeigen alte Wandmalereien, prächtige Herrscherpaläste und Marktkulissen. Sie machen die Illusion perfekt. Als nach zwei Stunden der Vorhang wieder zugezogen wird, scheint es beinahe, als erwache man aus einem Traum – aus einem sehr farbenfrohen.

Quelle: op-online.de

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