Sinnliche Akrobatik

Frankfurt - Ballett verbindet anmutigen Tanz und klassische Musik. Es kann aber auch aufregend und erotisch daher kommen - wie bei der Tanzshow „Ballet Revolución“, die in der Alten Oper einen umjubelten Auftakt ihres mehrtägigen Frankfurt-Gastspiels feierte. Von Sabrina Kristen

„Revolución“ ist wörtlich zu nehmen. Denn auf der Basis einer Ausbildung an der traditionsreichen Escuela Nacional de Arte in Havanna erweitern die sieben weiblichen Tänzerinnen mit ihren zwölf Kollegen bravourös das klassische Repertoire. Dabei kombiniert das kubanische Ensemble scheinbar Widersprüchliches: Klassische Tanzfiguren und Moves aus dem Streetdance werden begleitet von einem mitreißenden Mix aus lateinamerikanischer Musik, Rock und Hip-Hop. Die Kombination ist ungewöhnlich, fügt sich aber auf der Bühne wie selbstverständlich zusammen. Beyoncés „Single Ladies“ oder „Blurred Lines“ von Robin Thicke wirken wie eigens für die Tanzshow geschaffen.

Das ist nicht verwunderlich, denn die 19 Tänzer gehören zu den talentiertesten Kubas. Waghalsige Sprünge, Pirouetten und spektakuläre Hebefiguren halten die Spannung hoch, zumal Sinnlichkeit und Leidenschaft in den Choreografien des Australiers Aaron Cash sowie des Kubaners Roclan Gonzalez Chavez neben athletischen und mitreißenden Elementen nicht zu kurz kommen. Bestes Beispiel ist eine Szene, in der lediglich zwei Stühle und vier Tänzer benötigt werden, um das Publikum zu faszinieren. Die zwei Paare spielen dabei ein knisterndes Spiel aus Verführung und Hingabe. Jeder Muskel ist angespannt, die Hebefiguren sind akrobatisch und sinnlich zugleich. Das erotische Zusammenspiel sorgt für absolute Stille, die sich zum Ende der Darbietung in tosendem Applaus entlädt.

Absolute Lebensfreude und Vergnügen entfachen dagegen Musikstücke wie „On The Floor“ von Jennifer Lopez oder Bruno Mars’ Hit „Locked Out Of Heaven“. Das achtköpfige Orchester sorgt für die passgenaue Untermalung der akrobatischen Tänze. Die Band um die Sänger Weston Foster und Noybel Gorgoy Reyes verbindet lateinamerikanische Unterhaltungsmusik mit aktuellem Popgeschehen. Die Band ist aber nicht als reine Cover-Formation zu begreifen, denn sie hat ihren eigenen Groove. Schlicht verblüffend ist es, wie Perkussionist Luis Palacios Galvez seine Congas bearbeitet. Für das optische i-Tüpfelchen sorgen hautenge Kostüme von Jorge Gonzales. Ob ganz in Schwarz oder in knalligen Farben – gekonnt werden die durchtrainierten Körper der Tänzer in Szene gesetzt. Ein Abend voller akrobatischer und optischer Höhepunkte, der pure Lebensfreude vermittelt.

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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