Zu spät aufgepumpt

+
Dirk Beutel

Eine Gruppe von Söldnern wird nach Südamerika geschickt. Der Auftrag lautet, den skrupellosen Diktator vom Thron schubsen und das unterdrückte Volk befreien. Von Dirk Beutel

Das Militär-Team wird nur für Aufträge angeheuert, die kein anderer machen will... Aha. Ist ja der Wahnsinn! Wie lange wohl der Autor an dieser Idee für „The Expendables“ gesessen hat? Für mich klingt die Story des prophezeiten Actionhit des Jahres wie ein neues Pilotprojekt. So eine Geschichte hat es schließlich noch nie gegeben. Völliges Neuland für eine Hollywood-Produktion.

Aber erst die Liste der Darsteller brachte mich zum chronischen Kopfschütteln. Sylvester Stallone, übrigens verantwortlich für Drehbuch und Regie, scharte, um noch einmal richtig auf den Putz zu hauen, die unverwüstlichenAction-Helden der achtziger Jahre um sich. Solche, wie er selbst mal einer war. Betonung liegt auf „war“. Bruce Willis, Dolph Lundgren und Arnold Schwarzenegger - alleine der Klang der Namen verhieß früher blutiges Gemetzel und Explosionen am laufenden Band. Hallo? Seniorensport sieht anders aus!

Die Jungs sind längst im Rentenalter und fürs Actionkino nicht mehr angesagt, eher peinlich, mit künstlich aufgepumpten Muskeln und zuviel Botox im Gesicht. Für Liebhaber wird sicher ein Traum wahr, die alten Helden gemeinsam auf der Leinwand zu sehen. Ich finde es eher traurig, denn der Film kommt mindestens zehn Jahre zu spät. Damals wär das was gewesen.

Quelle: op-online.de

Kommentare