Spektrum des regionalen Filmschaffens

Stewardess Vanda (Katharina Lorenz) ist auf dem Sprung. Szene aus „Rückkehr der Störche“. Foto: Horricks/Stoked Film

Das viertägige Frankfurter Filmfestival „Lichter“ widmet sich von Donnerstag bis Sonntag im Frankfurter Turmpalast zum zweiten Mal dem Filmschaffen in der Rhein- Main-Region. Mehr als 50 Werke stehen auf dem Programm. Zum Abschluss wird am Sonntagabend eine Auszeichnung für den besten Lang- und den besten Kurzfilm im Wert von insgesamt etwa 7 000 Euro vergeben.

Eröffnet wird das Festival mit „Endstation der Sehnsüchte“, dem neuen Dokumentarfilm der im Taunus lebenden Sung-Hyung Cho, die an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung studiert hat. Nach ihrem preisgekrönten „Full Metal Village“ über ein Heavy-Metal-Festival in Schleswig-Holstein porträtiert sie diesmal ein deutsches Dorf in ihrem Heimatland Korea. Zu den größeren Produktionen gehört „Achterbahn“ des Aschaffenburgers Peter Dörfler, in dessen Mittelpunkt ein kauziger Vergnügungsparkbetreiber steht. Im Kurzspielfilm „Fliege“ des Offenbacher Filmemachers Pjotr Lewandowski spielt die prominente Schauspielerin Sandra Hüller („Requiem“) die Hauptrolle.

Auch das Spielfilmdebüt des aus Offenbach stammenden Kurzfilm-Regisseurs Martin Repka mit dem Titel „Rückkehr der Störche“ ist auf dem Festival zu sehen. Die Koproduktion der slowakischen Sen Film, der tschechischen Hoo Doo Production und der Frankfurter Filmproduktion Stoked Film wird nach mehreren Teilnahmen an europäischen und amerikanischen Filmfestivals und Auszeichnungen mit slowakischen Filmpreisen erstmals in einem Frankfurter Kino gezeigt. Unmittelbar nach den Dreharbeiten in Frankfurt hatte Regisseur und Drehbuchautor Repka den Hessischen Drehbuchpreis 2006 gewonnen. Der Film war 2008 die offizielle Einreichung der Slowakischen Republik bei den Oscars für den besten ausländischen Film. Er erzählt die Geschichte von Vanda (Katharina Lorenz), einer jungen Stewardess, die das Gefühl hat, permanent zu fliegen, auch im Privatleben. Sie flieht zu ihrer Großmutter in das aussterbende Dorf Runina in der Slowakei. Ihr in Frankfurt zurückgelassener Freund (Florian Stetter) macht sich kurzentschlossen auf die erlebnisreiche Suche.

„Rückkehr der Störche“ wurde mit dem Hessischen Rundfunk und Arte sowie Mitteln der Hessischen Filmförderung und einem Förderdarlehen der Investitionsbank Hessen hergestellt. An der Finanzierung beteiligt waren auch das slowakische und das tschechische Kulturministerium.

Einen Überblick über das Spektrum des jungen Films in der Region bieten vor allem die Kurzfilmrollen, die am Freitag- und Samstagabend beim „Lichter“-Fest vorgestellt werden. Die neugegründete hessische Film- und Medienakademie mit Sitz in Offenbach ist allein mit mehr als 20 Produktionen beteiligt. Eine Rolle mit Kurzfilmen stammt aus Frankfurts Partnerstädten Toronto, Tel Aviv und Mailand.

Quelle: op-online.de

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