Ausstellung „Bin ich schön?“

Spieglein, Spieglein ...

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Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

Frankfurt - Makellose Haut, breite Hüften und Schultern, eine schmale Taille und ein symmetrischer Körperbau. So könnte laut Kurt Stadelmann eine objektive Definition von Schönheit aussehen. Von Robyn Schmidt

Stadelmann ist Kurator der Ausstellung „Bin ich schön?“, die nun im Museum für Kommunikation in Frankfurt zu sehen ist. Die Schau sucht eine Antwort auf die Frage, was eigentlich schön ist, und vor allem: „Bin ich es denn?“ Museumsdirektor Helmut Gold hält das für eine ganz aktuelle Frage. „Jeder denkt darüber nach, wenn er morgens vor dem Spiegel steht.“ Die Ausstellung befasst sich mit unserem Schönheitsbild und wie es zustande kommt. Die Erscheinung nehme eine wichtige Rolle bei der Kommunikation ein, wenn auch unbemerkt, erklärt Gold. „Wer als schön empfunden wird, hat bessere Chancen, bei Gericht glimpflich davon zu kommen, wird eher eingestellt und verdient auch mehr Geld“. Daher sei der heutige Schönheitswahn wenig überraschend.

Welchen Einflüssen selbst kleine Kinder schon ausgesetzt sind, ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Barbie-Puppen, Werbung, Titelseiten von Modemagazinen und Model-Casting-Shows fördern ein unrealistisches Bild von Schönheit in den Köpfen der Kinder, meint Stadelmann. „Wäre die Barbie lebensgroß, könnte ihr dünner, langer Hals das Gewicht ihres Kopfes gar nicht tragen.“ Und für die als Traummaße geltenden 90-60-90 bräuchte eine Frau die Taille einer Fünfjährigen, die Hüften einer 13-jährigen und müsste groß sein wie ein Mann. Ob es universelle Schönheit auch bei Tönen gibt, untersucht die Ausstellung ebenfalls. Wie kommt es, dass Musik von Mozart oder den Beatles auch heute noch als „schön“ gilt? Gibt es Stimmen, die für jeden wohlklingend sind? Mit Stimmenmodulatoren können Besucher ihre eigene Stimme als die eines alten Mannes, eines Kindes oder einer Sängerin hören oder am Computer die sympathischste Roboterstimme auswählen. Viel dreht sich auch um individuelle und subjektive Schönheit. Für manche Menschen gehören Makel beim anderen zu dessen Schönheit. Das kann jeder Besucher in einer Medienlounge für sich selbst rausfinden. Dort kann man selbst bestimmen, wie der idealer Partner sein müsste.

Eigenes Gesicht mit anderen verschmelzen

Bei aller Subjektivität gibt es allerdings auch einige objektive Kriterien für Schönheit. In einem Video wird beispielsweise eine Frau mit Hilfe von Make-Up und digitaler Bearbeitung in ein Model verwandelt. Das zeige, dass einige Eigenschaften wie ein langer Hals, glatte Haut und große Augen reichen, um eine Person schön erscheinen zu lassen. Auch können Besucher Portraitfotos von sich machen lassen und diese mit den Bildern anderer Besucher verschmelzen. „Je mehr Fotos man überlagert, desto symmetrischer wird das Gesicht, dass am Ende rauskommt“, erklärt Stadelmann. Dadurch werde das entstehende Portrait immer schöner. „Aber“, hebt Stadelmann hervor, „auch immer langweiliger.“ Die Ausstellung „Bin ich schön“ ist bis 31. August im Museum für Kommunikation Frankfurt, Schaumainkai 53, zu sehen. Öffnungszeiten: Di - Fr 9 bis 18 Uhr, Sa, So 11 bis 19 Uhr.

Quelle: op-online.de

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