Wie Städte aufblühen

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Open-Air-Bibliothek Magdeburg, 2009, KARO* Architekten, Leipzig

Frankfurt - Beim Rundgang durch die Ausstellung „Stadt-Räume“ im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt kommt man ins Schwärmen. An preisgekrönten Projekten ab 2000 sieht man, wie alte und neue Städte aus der Malaise herausgeführt wurden.  Von Reinhold Gries

Von der Gebirgsmüllkippe bei Barcelona über fehlgenutzte Plätze in Köln oder London bis hin zum herrlichen Fjord-Opernhaus Oslos lässt sich in Text, Bild und Modell verfolgen, wie mit Kreativität, Kommunikation und Gemeinsinn Vernachlässigtes zum urbanen Schmuckstück gemacht worden ist.

Manches kommt bekannt vor. Das Ausbauprogramm „Schöneres Frankfurt“ zeigt, wo Änderungen möglich und nötig sind: beim Großen Friedberger und Goetheplatz, bei Haupt- und Konstabler Wache, beim Vorplatz des Hauptbahnhofs oder am Schweizer Platz. Dazu sind nicht nur Ideen des bekannten Stadtkritikers Christoph Mäckler bemerkenswert.

Unschöne Bahnhofsviertel und verschenkte Uferzonen

Anderes kennt man aus dem Rhein-Main-Neckar-Gebiet, auch aus Offenbach: gesichtslose, unwirtliche Zufallsplätze, hässlich trennende Trassen und Barrieren, verödete Industrie- und Hafenbrachen, kontaminierte Müllplätze, unschöne Bahnhofsviertel und verschenkte Uferzonen.

Dagegen gibt es nicht nur das Mittel der Begrünung wie bei der Tilla Durieux-Promenade am Potsdamer Platz Berlin. In Kopenhagens Schmuddelecke der Islands Brygge ersetzte man Industrielles durch Wohnbauten und ordnete dem Areal ein 250 Meter langes Hafenbad aus Holzplanken zu: Schwimmen in der City. Ein verbautes Quartier in Teneriffa öffnete und vernetzte man durch ein harmonisches Netz begrünter Gehwege. Selbst dem Stahlskelettbau des asbestsanierten Volkspalastes in Ost-Berlin gewann man pulsierendes Kulturleben ab.

Große Würfe von Kroatien über Oslo nach Cangas

Das DAM zeigt neben Detailarbeit auch große Würfe: die Meeresorgel des kroatischen Zadar; die eisbergartig wirkende Oper von Oslo mit Fjordblick und sanften Steigungen über die Autobahn; die aus Warenhaus-Fertigbauteilen der 60er komponierte Open-Air-Bibliothek von Magdeburg; die kühn geschwungene, farbige Esplanade von Benidorm; die schöne Fischerhäuschen-Kulisse auf dem Damm von Cangas.

Quelle: op-online.de

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