Museum Kronberger Malerkolonie zeigt Landschaften Philipp Francks

Vom Taunus zum Wannsee

Von Sonnenlicht erhellter „Blick auf Kronberg“ (1925)

Mit dem gebürtigen Frankfurter Philipp Franck (1860-1944) hielt die jüngere Generation in der arrivierten Künstlerkolonie Kronberg ihren Einzug. Am Städelschen Kunstinstitut hatte der Hasselhorst-Schüler seinen Abschied genommen, enttäuscht von den Zwängen des akademischen Betriebs.

Vor allem, dass seine in neuem Licht und Kolorit gemalten Landschaften wenig Anerkennung fanden, trieb Franck ins ländliche Kronberg. Doch erlebte er auch hier Enttäuschungen, ging zur Düsseldorfer Akademie, dann nach Halle und Würzburg, bis er 1898 an die königlichen Kunstschule Berlin berufen wurde. Am Wannsee ließ er sich ab 1910 in der Nachbarschaft seines neuen Vorbildes Max Liebermann nieder.

Francks Ölgemälde und Aquarelle sind keineswegs revolutionär, sondern im klassischen Sinne impressionistisch und ausgewogen. Bilder wie „Kronberg mit dem Altkönig“ (1916), „Kronberger Kastanienwald“ (1917) und „Taunuslandschaft mit Blick auf Falkenstein“ (1920) unterstreichen, dass Franck zeitlebens seinem Taunus treu geblieben ist. Seine Vorliebe für Fernblicke führt zu Studien wie „Frühling bei Mammolshain“ (1927) und „Vortaunuslandschaft mit Ruine Königstein“ (1928). In den 20er Jahren wird seine Pinselsetzung immer freier („Ausritt im Solling“) und er entwickelt eine immer größere Leidenschaft fürs Aquarell. Arbeiten wie „Blick auf Kronberg“ (1925), „Platanenallee“ (1929) und „Bootshafen“ (1941) stehen dafür. Im idyllischen Domizil am und um den Wannsee und in seinem großen Garten findet er wie Liebermann eine Vielzahl schöner Motive. Das ein Jahr vor seinem Tod gemalte Aquarell „Garten des Künstlers“ mit den schönen Birken gibt die Atmosphäre der märkischen Landschaft um Berlin in großer Natürlichkeit und Frische wieder.

Im Gegensatz zu früher sind Francks späte Impressionen allerdings menschenleer geworden, getreu seiner Maxime „Ich ging der Natur zu leibe so gut ich konnte“. Bei so viel heiterer, idyllischer Sommeratmosphäre kann man den Ruf der Kronberger Künstlerkolonie nur wiederholen: „Auf zum Taunus!“

REINHOLD GRIES

P„Philipp Franck – Landschaftsimpressionen“ bis 9. August im Museum Kronberger Malerkolonie, Tanzhausstr. 1a. Geöffnet: Mittwoch 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter z 06173/929490

Quelle: op-online.de

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