Tierwelt als Spiegel der weiblichen Seele

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Szene aus dem Sieger-Film „Egodyston“ von Xenia Lesniewski

Am internationalen HD-Kurzfilmwettbewerb „Movies & Stills“ der in Rödermark ansässigen Videor Art Foundation hatten Nachwuchsfilmer und Medienkünstler aus Deutschland, den USA, Israel und Korea teilgenommen. Von Claus Wolfschlag

Der erste Preis blieb allerdings in der Region. Xenia Lesniewski, Studentin der Offenbacher Hochschule für Gestaltung, erhielt die begehrten 3.000 Euro Preisgeld für den Techno-Videoclip „Egodyston“ aus kunstvoll in Schwarz-Weiß gehaltenen Bildfolgen: Schwäne, Raubkatzen, Quallen wechseln einander ab. Die Tierwelt in „Egodyston“ dürfte als Symbol für die eigene animalische Natur verstanden werden, für die Sexualität gar.

Letztes Händehalten, trauriger Blick

Platz zwei erreichte der in New York lebende Japaner Naotaka Minami mit dem melancholischen Animationsstreifen „Reminiscence, the Place to Return“. Er zeigt eine alte Frau, die ein Kind am Bahnsteig verabschiedet. Ein letztes Händehalten, ein trauriger Blick – man ahnt, dass dies ein Abschied für immer ist. Als junger Mann kehrt er im Zug zurück, doch dort ist nur noch ein Friedhof, den er aufsuchen kann.

Heiter konzipierte Katja Baumann, auch HfG-Studentin, das Photoshop-Experiment „Gisela“. Ein Ganovenpärchen begeht in einer Collage-artig animierten 50er-Jahre-Kulisse Banküberfälle. So lange, bis der wackere Polizist zuschlägt.

Riesig hohe Treppentürme im Bassin

Unter den weiteren Beiträgen stachen drei Animationsarbeiten hervor. Paris Marvoidis’ „Divers“ zeigt eine Formation von Turmspringerinnen. Doch wie bei einem Fallschirmsprung fliegen die Frauen mit Badeanzug und -kappe ewig durch die Luft, bilden dort gar zu Meeresrauschen und Elektrosounds dem Synchronschwimmen entlehnte Figuren. Als sie schließlich doch ins Wasser tauchen, sieht man riesig hohe Treppentürme im Bassin stehen.

„Movies & Stills“ bis 29. Januar bei der Videor Art Foundation, Carl-Zeiss-Straße 8, Ober-Roden. Geöffnet: Montag bis Donnerstag, 9 bis 17.30 Uhr, Freitag bis 17 Uhr.

Daniel Springer erzählt mit „Von Bob, dem Baum und dem Leben“ die anrührende Geschichte eines jungen Mannes und seines Lieblingsbaums. Die Ästhetik erinnert an Tim Burtons „Nightmare Before Christmas“. Sharon Boné wiederum schuf mit „The Albaglings“ eine humorvoll-lichte Welt, bevölkert von Menschen und Fantasiewesen.

Den ebenfalls ausgelobten Preis für Still-Fotografien gewann Nicole Foraboschi mit dem Bild eines den Hafen verlassenden Schiffs aus dem Film „Kowloon“.

Quelle: op-online.de

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