Zu Tode verheizt

Paris Hilton kennt jeder. Kat McKenzie kannte niemand. Bis die 25-jährige Britin gestern traurige Berühmtheit erlangte. Sie beging Selbstmord – wegen Paris, heißt es. Kat nahm im vergangenen Jahr an einem Fernseh-Casting der Hilton-Erbin teil. Gesucht wurde eine neue beste Freundin für das platinblonde Medienphänomen in Stöckelschuhen.

Sie versteht das Spiel mit der Öffentlichkeit. Wo sie auftritt, herrscht ein Blitzlichtgewitter, dass eine ganze Kleinstadt erhellen kann. Unterschätzt hat die Proleten-Blondine allerdings, dass nicht jeder mit der Oberflächlichkeit im Promi-Geschäft umgehen kann. Hinter den Kulissen des Castings sei Hilton nicht besonders nett mit den Kandidaten umgegangen, war in den Klatschblättern zu lesen.

Es ist falsch, mit Hoffnungen und Träumen junger Menschen zu spielen. Kat flog kurz vorm Finale der Hilton-Show raus, was sie, laut Angaben ihrer Freunde, nicht verkraftet hat. Die Erbin sei „tieftraurig“, twitterte sie. Wer's glaubt! Dabei sucht sie gerade in Dubai die nächste Freundin – wie scheinheilig! Wirkliche Anteilnahme wäre der sofortige Abbruch der Dreharbeiten. Doch das käme einem Schuldeingeständnis gleich. Daher mimt der lebendige Blondinenwitz die Bestürzte.

Sicher hat Kat McKenzie neben dem Rauswurf noch andere Probleme gehabt, die zu der Verzweiflungstat geführt haben. Aber dennoch sollte sich die profit-geile Medienindustrie endlich mal ihrer Verantwortung bewusst werden. Sie verheizt junge Menschen – ohne Rücksicht auf Verluste.

Quelle: op-online.de

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