Traum vom t-raum ist umgesetzt

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Gut lachen hatten die t-raum-Gründer Frank Geisler und Sarah C. Baumann im Januar: Im Büsingpalais bekamen sie den Kulturpreis der Stadt Offenbach für das Jahr 2008 überreicht.

Etwas ins Leben zu rufen, das es schon gibt, wäre Sarah C. Baumann und Frank Geisler nie in den Sinn gekommen. Aber was sie im September 2005 starteten, hatte Offenbach da noch nicht: ein Theater, das an jedem Wochenende spielt und kleines als ein Wohnzimmer ist. Von Markus Terharn

Für die Verschiedenartigkeit des Mobiliars gibt es eine einfache Erklärung: „Als ersten Eintrittspreis hat jeder Besucher einen Stuhl mitgebracht“, erläutert Baumann. Gegeben wurde „Es war die Lerche“, Ephraim Kishons komische Fortsetzung der tragischen Geschichte von Romeo und Julia. Mit dieser Inszenierung eröffnen Baumann und Geisler am Freitag, 10. Juli, ein langes Shakespeare-Wochenende im Hof des Büsingpalais.

Ansonsten spielen sie meist in ihrem Zimmertheater, fallweise von Kollegen unterstützt. Dabei mischen sie Literarisches, das ihren Ansprüchen genügt, mit Komödiantischem, das die Bude füllt. Zum Renner hat sich Debbie Isitts böse Dreiecksgeschichte „Gatte gegrillt“ entwickelt. Ähnlich erfolgreich ist „Sex, aber mit Vergnügen“ von Dario und Jacopo Fo sowie Franca Rame. Woody Allens Filmparodie „Spiel’s nochmal, Sam“ läuft ebenso gut wie Willy Russells Emanzipationsstück „Shirley Valentine oder Die heilige Johanna der Einbauküche“.

Auch solo sind beide Darsteller zu erleben: Sarah C. Baumann zum Beispiel in „Madame B. oder Der Rausch“ nach Gustave Flauberts Eheroman „Madame Bovary“ oder in „Schwester“ nach Keto von Waberers autobiografischem Roman. Und Frank Geisler in Thomas Brussigs Fußballtrainermonolog „Leben bis Männer“. Dazu kommen Klassikerlesungen mit verteilten Rollen und Kunstausstellungen.

In Konkurrenz zu etablierten Kulturträgern wie dem Theaterclub Elmar oder dem Projekt Bleichstraße 14H wollten die t-raum-Macher nicht treten. Ihnen war klar, dass Offenbach die optimale Stadt für ihren Ansatz ist, „Menschen zu verbinden, die verschiedene Sprachen sprechen“, wie Geisler sich ausdrückt.

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Dort sind beide, beruflich wie privat ein Paar, in jeder Hinsicht angekommen. Wobei der Weg für Geisler kürzer war; er ist 1961 im Stadtkrankenhaus geboren, hat eine Buchhändlerlehre absolviert, Germanistik, Romanistik und Soziologie studiert und ist über die Freie Szene ins Theater gerutscht. Baumann, 1962 in Hockenheim zur Welt gekommen, ist Theaterkind, hat eine umfassende Bühnenausbildung genossen, ein Arbeitslosentheater und Volkshochschulkurse geleitet und ist Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Mit dem t-raum haben sich Sarah C. Baumann und Frank Geisler einen Traum verwirklicht. Wobei das kleine „t“ für Theater, für Treffpunkt und für Training steht – gibt es dort doch auch Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung.

Quelle: op-online.de

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