„Kulturhaus am Zoo“

Der Vorhang hebt sich wieder

+

Frankfurt - „Was e Zeuch“, seufzt Steffen Wilhelm, Schauspieler, Regisseur und einer der Geschäftsführer des neu aufgestellten Volkstheaters in Frankfurt. Gemeint ist der Aufwand, der nötig war, um nach dem Aus im vergangenen Jahr einen gemeinnützigen Verein ins Leben zu rufen. Von Lena Marie Jörger 

Er soll die Idee der 1971 von Liesel Christ mitgegründeten Mundartbühne weiterführen. Der Aufwand hat sich gelohnt: Gut acht Monate, nachdem der letzte Vorhang im Cantatesaal im Großen Hirschgraben gefallen ist, hebt er sich in der neuen Spielstätte, dem „Kulturhaus am Zoo“ an der Frankfurter Pfingstweidstraße. Das präsentiert sich zu Beginn des neuen Jahres mit anderem Konzept. Neben dem Theater „Die Katakombe“ sollen in Zukunft Gastspielgruppen - wie das Volkstheater Hessen - auftreten. Im „Kleinen Salon“ im Foyer sind zudem thematisch passende Kunstwerke zu sehen.

Am nächsten Freitag, 17. Januar, feiert das neue Volkstheater dort mit der Komödie „Verspekuliert“ von Adolf Stoltze Premiere. Darin geht es um ein junges Liebespaar, das heiraten will, eine Mutter (Silvia Tietz), die das gut findet, und einen Vater (Andreas Walther-Schroth), der strikt dagegen ist, weil er sich für sein Töchterchen (Iris Reinhardt Hassenzahl) eine bessere Partie wünscht. Doch plötzlich stellt sich heraus, dass der eigentlich unerwünschte Schwiegersohn in spe (Tim Grothe) doch über Ersparnisse verfügt - nur, wie findet man am besten heraus, wie viel das ist? Ein Stück, das mit viel Humor und in Frankfurter Mundart zeigt, dass es nicht immer leicht ist, zwischen Schein und Sein zu unterscheiden.

Einige Neuerungen in „Verspekuliert“

Passend zum neuen Namen und zur neuen Spielstätte gibt es auch in „Verspekuliert“ einige Neuerungen. Wilhelm, der seit 1999 als Schauspieler und Regisseur für das Theater arbeitet, erklärt: „Es geht frecher zu, das Publikum wird häufiger angesprochen, und es werden Toneinspieler zu hören sein.“ Alles ganz bewusst, um sich vom „alten“ Volkstheater abzugrenzen. Abgrenzen will man sich außerdem vom anderen Frankfurter Mundarttheater, der „Fliegenden Volksbühne“ von Michael Quast, deren Heimat mittlerweile der Cantatesaal ist. Als Konkurrenten verstehen sich die beiden aber nicht, dazu seien sie zu unterschiedlich.

Der von 17 langjährigen Mitarbeiter des Theaters und zum Teil prominenten Unterstützern getragene Verein „Volkstheater Hessen“ will sich fest im Spielplan des Kulturhauses etablieren. Bisher sieht es gut aus, die Premiere, die Vorstellung am darauf folgenden Sonntag und zwei Aufführungen auf einem Schiff der Primus-Linie sind ausverkauft. „Wir freuen uns, dass unser Publikum mit uns umzieht“, sagt Wilhelm. Bei diesem einen Stück soll es daher nicht bleiben. „Zwei Produktionen im Jahr wären toll“, aber dazu müssten sie sich lohnen. Der Verein finanziert sich über Mitgliederbeiträge und Sponsoren. Die Stadt schießt zudem 7500 Euro für das neue Stück zu.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare