„Wasserrechte sind langfristig gesichert“

Dieburg - Bescheid über weitere 30 Jahre / Förderung aus 15 Brunnen / Gebühr wird von Verbandsversammlung festgelegt

(st) Innerhalb der nächsten 30 Jahre darf der Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg (ZVG) sechs Millionen Kubikmeter Grundwasser für die öffentliche Versorgung entnehmen. Ein entsprechender Bescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt ist jetzt eingegangen. Diese Förderrechte beziehen sich auf 15 Brunnen in den Gemarkungen Hergershausen, Sickenhofen, Langstadt und Nieder-Roden. Damit ging ein fast fünf Jahre dauerndes Verfahren verbunden mit umfangreichen Untersuchungen zu Ende, wie Verbandsvorsitzender Dr.   Klaus Lötzsch mitteilt. Prüfungen möglicher Einwirkungen auf Flora und Fauna und dem Wald seien vorgenommen worden, alle vorgetragenen Bedenken konnten ausgeräumt werden.

„Mit der Gesamtfördermenge von etwa 9,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr ist die langfristige Versorgung der gesamten Bevölkerung des Gebietes mit derzeit 122 000 Einwohnern gewährleistet“, so Lötzsch.

Der Zweckverband, der die Kommunen Babenhausen, Dieburg, Eppertshausen, Groß-Zimmern, Münster, Rödermark und Schaafheim sowie Nieder-Roden beliefert, ist somit nicht auf Zulieferungen durch andere benachbarte Versorger angewiesen - im Gegenteil, er kann noch Wasser an andere Versorger abgeben.

„Von einer Verbraucherzentrale wurde jüngst im Zusammenhang mit der Diskussion um Wasserpreise die Mutmaßung laut, dass der Zweckverband sein Wasser von einem benachbarten Versorger beziehen könnte, der letztlich den Preis maßgeblich mitbestimmt. Dies ist nicht der Fall und wird aufgrund bestehender Wasserrechte auch nicht notwendig“, sagt Lötzsch.

Der Zweckverband unterliege nicht wie andere Versorgungsunternehmen der Aufsicht der Kartellbehörde, sondern werde vom Regierungspräsidium Darmstadt kontrolliert, da das Versorgungsverhältnis öffentlich-rechtlich geregelt ist.

Zu den Gebühreneinnahmen - bestehend aus Grundgebühr und mengenabhängiger Gebühr (pro Kubik) - bemerkt Lötzsch, dass diese ausschließlich dem Betrieb der Wasserförderung und -verteilung dienten. Der Zweckverband betreibe dazu 24 Brunnen und eine Quelle mit einem Leitungsnetz von mehr als 1 000 Kilometer: „Überschüsse aus dem Gebührenaufkommen werden nicht an die Mitgliedsgemeinden ausgeschüttet, sondern bleiben im Unternehmen zur Finanzierung von Neuanlagen, jeder Euro aus den Einnahmen dient der Wasserversorgung.“

Die Höhe der Wasserbenutzungsgebühr wird von der Verbandsversammlung des Zweckverbandes, also durch die Vertreter der Mitgliedsgemeinden, beschlossen. Zur Gebührenhöhe weist Lötzsch darauf hin, dass der Vergleich mit anderen Versorgern einer näheren Betrachtung bedürfe.

Die Gebühr beim ZVG beinhalte auch die Herstellung und Erweiterung von Ortsnetzleitungen (Hauptleitungen in den Straßen) und die Instandhaltung und Reparatur von Hausanschlussleitungen auch innerhalb von Grundstücken bis einschließlich der Wasserzähleranlage. So werden auch Rohrbrüche innerhalb der Grundstücke vom Zweckverband nicht gesondert berechnet.

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