„Welche Freude, ach welche Seligkeit“

Bayreuth ignoriert sie, auch auf anderen Bühnen sind sie kaum je zu sehen. Nur in Biografien über Richard Wagner fehlen „Die Feen“ nie; sind sie doch die erste abgeschlossene Oper des erst 21-jährigen Komponisten. VonAxel Zibulski

Die Oper Frankfurt stellte das Frühwerk nach Dramen des italienischen Theatermärchendichters Carlo Gozzi in einer konzertanten Aufführung in der Alten Oper vor, wo in den kommenden Jahren auch die ebenfalls nicht zum Festspiel-Kanon gehörenden Musikdramen „Rienzi“ und „Das Liebesverbot“ zu hören sein sollen.

Die seltene Aufführung stand jedoch unter keinem guten Stern: Im letzten der drei Akte trat Opernintendant Bernd Loebe auf das Podium – was selten ein gutes Zeichen ist – und entschuldigte den kurzfristigen Abbruch der konzertanten Aufführung. Tenor Burkhard Fritz, Sänger der Hauptpartie des Königs Arindal, habe einen Kreislaufkollaps erlitten. Mit einem kühnen Sprung zum Schlusschor musste die Aufführung abrupt enden.

Bis dahin hatte sich das Publikum in knapp drei Stunden „Feen“-Musik davon überzeugen können, dass dieses Werk höchstens für hartgesottene Wagnerianer mit enzyklopädischem Interesse eine Delikatesse bedeuten mag. Immerhin: Auslöser der verwickelten Geschichte ist der Verstoß des Königs Arindal gegen das ihm auferlegte Verbot, seine Braut Ada nach ihrem Namen zu fragen – ein Vorbote der bekannten „Lohengrin“-Thematik.

Weitere Aufführung geplant

Musikalisch erschöpft sich das Drama vor allem in Stilkopien Carl Maria von Webers und Felix Mendelssohn Bartholdys sowie des romantischen Opernreformers Heinrich Marschner. Und das Libretto, das sich Wagner bereits in diesem Frühwerk selbst schrieb, sorgte stellenweise für Heiterkeit im Großen Saal: „Du liebst mich, welche Freude, ach welche Seligkeit“, singt die Drolla mit dem Gernot, ein Paar im „Feen“-Reich.

Denn der vokale Aufwand, den der junge Wagner selbstbewusst betrieb, ist beträchtlich: Unter den zwölf Solisten ragten Tamara Wilsons hochdramatischer Sopran in der Hauptpartie der Ada mit Kraft und Schärfe sowie Brenda Raes weit eleganterer Sopran in der Rolle der Lora mit umso größerer Kultiviertheit heraus.

Für alle Solisten bedeutete die Aufführung ein Debüt in ihrer jeweiligen Partie. Gerade der Bariton Michael Nagy als Morald und der Feenkönig von Alfred Reiter bewältigten ihre Aufgaben zuverlässig.

Gesungen wurde unter der Leitung von Sebastian Weigle freilich vorwiegend eng aus den Noten; ebenso gespielt vom Opern- und Museumsorchester, dem weit mehr Ungenauigkeiten unterliefen als dem solide von Matthias Köhler einstudierten Opernchor.

Eine weitere Aufführung ist geplant für Freitag, 6. Mai, 19 Uhr. Wer Karte oder Abonnementausweis vom Dienstag vorlegt, erhält dafür eine Karte zu zwölf Euro. Dieses Kulanzangebot gilt nur an der Vorverkaufskasse und der Abendkasse der Alten Oper.

Quelle: op-online.de

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