Wenn Schotten Rekorde brechen - Franz Ferdinand von A - Z

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Die Jungs von Franz Ferdinand sind trotz des Erfolges noch immer am Anfang ihrer Karriere.

Bücher - Obwohl das Quartett von Franz Ferdinand erst drei Alben veröffentlichte, liegt nun die erste autorisierte Biographie vor. Trotz einer Fülle von Details erscheint das Werk von Helen Chase durchaus lesenswert. Von Holger Strehl

Mehr Aufsehen als Franz Ferdinand kann eine Newcomerband wohl kaum erregen. Bereits ihr zweite Single „Take Me Out“ (2004) erreichte auf Anhieb Platz drei der britischen Charts. Dies war der Beginn eines beispiellosen weltweiten Senkrechtstarts. Das gleichnamige Debütalbum mit dem Franz-Ferdinand-typischen und begnadet simplen Cover-Artwork bestätigte den frechen und sexy Gitarren-Indie-Pop-Sound der Vorabsingle und wurde gleichermaßen von Musikliebhabern und Musikkritikern über den Klee gelobt.

Aber Franz Ferdinand hätte keine besondere Erfolgsstory geschrieben, wären nicht sämtliche weiteren Veröffentlichungen in den wenigen Jahren seit Gründung ebenso bestechend gut gewesen. Das Folgealbum „You Could Have It So Much Better“ legte das Quartett trotz ausgiebiger und erfolgreicher Tour nach nur 19 Monaten nach. Die Jungs von Franz Ferdinand blieben ihrem Stil treu, sowohl in Sachen Musik als auch im genialen Artwork und der dazu gehörenden Selbstdarstellung auf der Bühne.

So ist es also kein Wunder, dass kurz nach Erscheinen des dritten Longplayers „Tonight“ im Januar nach nur fünf Jahren Bandhistorie schon eine umfangreiche autorisierte Biographie vorliegt. In dem Rockbuch „Franz Ferdinand von A bis Z“ gibt die Autorin Helen Chase einen umfassenden Einblick in das Leben und Schaffen von Alex Kapranos, Bob Hardy, Nick McCarthy und Paul Thompson. Der Leser erfährt beispielsweise Hintergründe zur Bandgeschichte, zu einzelnen Songs und Videos. Weitere Kapitel widmen sich Glasgow, der Heimatstadt der Band sowie den Fans in der ganzen Welt, denen Franz Ferdinand in besonderer Weise verbunden ist.

Nicht nur für eingefleischte Fans ist das 192 Seiten umfassende Werk ein interessantes Kapitel der gegenwärtigen Popkultur. Allerdings ist das Rockbuch so detailliert, dass es schon fast zu viele Einblicke in jeden einzelnen Schritt in Leben und Arbeit der Bandmitglieder gewährt. Eventuell war der Zeitpunkt für eine Biographie etwas früh gewählt, doch aufgrund des lebendigen Stils von Helen Chase entsteht beim Schmökern keine Langeweile.

Leseprobe:

Die aus Glasgow stammende Anti-Establishment-Künstlerin Lucy McKenzie lehnte es ab, das Cover für Franz Ferdinands erstes Album zu entwerfen, angeblich mit der Begründung, sie fühle sich nicht in der Lage, etwas zu machen, das so viel Aufmerksamkeit erregen würde.

Cover "Franz Ferdinand von A bis Z"

Die Band entschied sich schließlich für ein äußerst schlichtes Design, das die Kühnheit und Unmittelbarkeit der darin verpackten Musik reflektierte. Die Rückseite des Covers - eine Hommage an das konstruktivistische Stilmittel der Fotomontage - gestaltete Vivian Lewis.

Matthew erzählt: „Ursprünglich sollten Vorder- und Rückseite gleich sein, doch dann schien uns das nicht aus sagekräftig genug. Die Vorderseite wollte die Band aber auf jeden Fall einfach und auffällig haben. Ich steuerte nur ein paar Versionen mit unterschiedlichem Stand des Schriftzugs bei. Der Schriftzug kam auch von ihnen - ich veränderte nur den Buchstabenabstand ein wenig. Der schräge Winkel des Schriftzugs war meine Idee. Wir probierten verschiedene Varianten aus: mit gerader Schrift, mit kleinerer Schrift, mit Schrift an der Seite.“ Schließlich entschied man, für das Logo sei ein 13°- Winkel am besten. Beim Druck des Franz-Ferdinand-Dunkelbrauns gab es einige Probleme, was dazu führte, dass die Cover der ersten Pressung des Albums einen helleren Farbton haben.

Helen Chase: Franz Ferdinand von A bis Z

  • 192 Seiten,
  • durchgehend 4-farbig,
  • Format 25,0 x 25,0 cm,
  • Euro 19,90 / sfr 35,90,
  • ISBN 978-3-927638-44-0

Franz Ferdinand im Web:

http://www.franzferdinand.co.uk/

http://www.franzferdinand.net/

http://www.verfranzt.de

Klappenbroschure,

Quelle: op-online.de

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