Pfiffige Rätsel aus Offenbach

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Welches Wahrzeichen einer europäischen Hauptstadt wird hier dargestellt? Eine Arbeit des HFG-Studenten Markus Georg.

Endlich auch in Frankfurt wieder „Gute Aussichten“! Der so betitelte Wettbewerb für „Junge deutsche Fotografie“ findet seit nunmehr fünf Jahren statt. In der Mainmetropole waren die Ergebnisse bei einer Tournee durch Deutschland bislang leider erst einmal zu sehen. Das war 2006. Alle anderen Jahre scheiterte es an der Bereitstellung passender Räumlichkeiten. +++ Fotostrecke +++  Von Anke Steinfadt

Der aktuelle Gewinnerjahrgang 2008/2009 wird im kürzlich eröffneten „Art Foyer DZ-Bank“ präsentiert, wo hoffentlich auch die kommenden Preisträger ihren Platz finden.

Neun Positionen sind zu sehen. Ausgewählt wurden sie von einer hochkarätigen Jury, der in diesem Jahr unter anderem der renommierte Künstler Norbert Bisky angehörte. Aus mehr als 100 Einsendungen, eingereicht von 39 Lehranstalten mit Studienschwerpunkt Fotografie, wurden die Gewinner ermittelt.

Neben der Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen spielen Inszenierung und Vermischung von Realität und Fiktion eine große Rolle. Plakativ, ein Tabu brechend und entsprechend medienwirksam ist „Morgenliebe“ von Katrin Trautner. Die 28-Jährige hat „Sexualität im Alter“ zu ihrem Thema gemacht. Farbaufnahmen gewähren einen unverstellten Einblick in einen weitgehend ausgeblendeten Teil des alltäglichen Lebens.

Laura Bielau hat dagegen professionelle Stripperinnen im roten Licht der Dunkelkammer zur erotischen Selbstdarstellung gebeten. Neben den „Labgirls“ befasst sie sich in „Color Lab Club“ mit der Geschichte der Fotografie. Beide Sichtweisen sollen die Dunkelkammer als magischen Ort zelebrieren.

„Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie 2008/ 2009“. Bis 11. Juli im Art Foyer der DZ-Bank, Eingang Friedrich-Ebert-Anlage, Frankfurt.

Geöffnet: Dienstag bis Samstag von 11 bis 19 Uhr.

Die iranische Hauptstadt „Teheran“ steht im Zentrum der dokumentarischen Forschungen von Reza Nadjis, während Maziar Moradi sich unter dem geschichtsträchtigen Titel „1979“ der Inszenierung bedient: Mit Mitgliedern seiner Familie spielt er in symbolreichen Bildern Erinnerungen an die Zeit des iranisch-irakischen Krieges durch. Weitere Arbeiten stammen von Heiko Schäfer, Jürgen Staaks, Sarah Strassmann und dem in Frankfurt geborenen Florian Rexroth, der Bäume und Sträucher im urbanen Raum porträtiert.

Von der Offenbacher Hochschule für Gestaltung hat Markus Georg es in die Endauswahl geschafft. „Die Macht der Bilder“ ist der Titel einer Fotoserie im Postkartenformat. Bekannte Orte werden in bislang ungekannter Weise inszeniert – beispielsweise simulieren sechs Möbelpacker eine lange Kiste über den Köpfen tragend das Brandenburger Tor in Berlin. Die originellen Postkarten sind als Edition zum moderaten Preis zu erwerben. Der Eintritt zu dieser sehenswerten Ausstellung ist frei.

Quelle: op-online.de

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