62. Frankfurter Buchmesse

Kommentar: Wirkungsvoll seit Gutenberg

Seit Gutenberg sind es gedruckte Worte, die unsere Welt verändert haben. Schon Luthers reformatorische Gedanken entfalteten revolutionäres Potenzial zwischen Buchdeckeln. Von Carsten Müller

Und selbst in unseren Zeiten, in denen digitale Medien auf der Überholspur scheinen, bestimmen Buchveröffentlichungen die gesellschaftliche Agenda, ob es sich um die Thesen der Juristin Kirsten Heisig oder die Provokationen eines Thilo Sarrazin handelt. Zwar hat die Schlagzahl der Debatten zugenommen, an Relevanz hat das Buch jedoch keineswegs verloren, nicht zuletzt dank eifrigen Marketings. So wird die gestern Abend eröffnete 62. Frankfurter Buchmesse sich vor allem mit Gedrucktem in jedweder Aufmachung beschäftigen, Stars und Sternchen einer erstaunlich gesunden Branche feiern, während die so oft angekündigte digitale Revolution weiter auf sich warten lässt.

Der Mythos ist längst entzaubert: Mehr als eine mobile Verlängerung des heimischen Bücherregals haben E-Books bislang nicht zu bieten. Stattdessen gliedern sich die neuen Medien brav ins Messegeschehen ein und suchen auf Gemeinschaftsständen gewinnbringende Funken zu zünden. Wie auch sonst das mitunter schrille Getöse um den letztjährigen Gastlandauftritt Chinas einem arbeitsamen Grundrauschen gewichen ist. Gewiss bietet Argentinien Reibungspunkte, nicht nur für Fußball-Fans. Seinen Autoren und ihren Werken kann man sich nun unaufgeregt nähern – und eigene Entdeckungen machen. Vielleicht sogar bei deutschsprachigen Schriftstellern abseits des literarischen Mainstreams, wie es der jüngst verliehene Deutsche Buchpreis nahelegt. Denn eines gilt seit Gutenberg: Wer liest, ist klar im Vorteil.

Quelle: op-online.de

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