Witze aus dem Wörterbuch

Ist es „Schönes Wörterbuch“ oder ein schönes Wörterbuch? Ganz wollte Lothar Schöne das Wortspiel nicht auflösen, obwohl er mit dem Humor seiner Zuhörer rechnete. In der Stadtbücherei Offenbach stellten Markus Fischer vom Staatsschauspiel Mannheim, Hausherrin Gudrun Kulzer und Schöne selbst sein neues Werk jetzt vor. Von Ernst Buchholz

Als Schüler lebte er in Offenbach und besuchte die Rudolf-Koch-Schule. Als Schriftsteller im Bücherturm (1997 bis 1998) hat er dort immer wieder seine Werke frisch aus der Druckerpresse präsentiert. Unvergessen ist „Das jüdische Begräbnis“ über den Wunsch gemischt-religiöser Eheleute, gemeinsam begraben zu werden.

Das Wörterbuch ist nach dem Alphabet sortiert, wie sich das für ein Wörterbuch gehört. Und nach dem Alphabet wurden die einzelnen Sentenzen, Aphorismen und Witze reihum vorgelesen, von A bis Z. Beispiele: „Anbaggern: Der Versuch, einer Frau näher zu treten, ohne ihr auf den Füßen zu stehen. Gelingen durchaus möglich, falls man nicht irrtümlich an eine Frauenbeauftragte gerät.“ Oder: „Führerschein: die beste Möglichkeit, in Flensburg zu punkten.“

In der ersten Hälfte wurde vorgelesen – in der zweiten Hälfte rief das Publikum dem Podium Buchstaben und Stichworte zu, sichtlich in der Hoffnung, Lothar Schöne aufs Glatteis zu führen. Das gelang nicht immer. Trotzdem musste der Schriftsteller beim Buchstaben Y passen: Kein Stichwort!

Lothar Schöne: Schönes Wörterbuch. Mit Zeichnungen von Walter Hanel, Gollenstein, 200 Seiten, 16,90 Euro

Eine Sensation waren die musikalischen Gäste, die Schöne eingeladen hatte. Das Huub Dutch Duo mit Huub Dutch (Wäscheleinophon, Gesang und Trompete) und Chris Oettinger (Klavier und Zweitstimme) bot witzige Ergänzungen zu den Stichworten. So spielten sie einen stilvollen Blues, gaben Songs von Paolo Conte zum Besten und überraschten mit eigenen Texten zur Musik der Comedian Harmonists sowie eigenen Kompositionen wie einem Song auf Texte aus „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch. Das alles begleitet auf dem Wäscheleinophon, früher bekannt als Teekistenbass. Das Publikum durfte mitsingen und hätte beide am liebsten nicht mehr von der Bühne gelassen.

Am Ende konnte Schöne ein sichtlich gut gelauntes Publikum verabschieden – nicht ohne auf den Büchertisch hinzuweisen ...

Quelle: op-online.de

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