WM-Gitarre für Ronaldinho

Instrumenten-Kreuzung aus England: Diese in Frankfurt präsentierte Weltneuheit namens Eigenharp verbindet Fagott, Gitarre und Sequenzer miteinander.

Im Blaumann tragen Offenbacher Jungs Flightcases an ihren Stand. Das sind Koffer, in denen Instrumente, Mischpult und Lichtanlage sicher zum Konzert transportiert werden. Von Kathrin Rosendorff

Die Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft ist eins von 1.510 Unternehmen, die sich ab heute in Frankfurt mit 30.000 Instrumenten, Software und Zubehör präsentieren. Diese Musikmesse ist auch 2010 die weltgrößte Schau der Branche. Von Krise keine Spur: Es kommen nur 31 Unternehmen weniger als 2009. 830 Aussteller zeigen bei der prolight+sound Audio-, Licht- und Bühnentechnik. Die Offenbacher Flightcases werden von Jungen hergestellt, die parallel zur handwerklichen Ausbildung ihren Hauptschulabschluss machen, erzählt Projektleiter Peter Harenberg. „Wir wollen nicht für die Mülltonne produzieren, sondern unsere Produkte verkaufen, deshalb sind wir auf der Musikmesse.“ Seit 2004 läuft das Projekt. „Dieses Jahr versuchen wir, Gitarrenlautsprecher auf den Markt zu bringen.“

Der japanische Gitarrenhersteller Aria produziert seit 1956. Stolz greift Vertriebschef Toshi Matsumura zur offiziellen „Fifa WM 2010“-Gitarre. Das 249 Euro teure Stück hat die Form eines Fußballs und ist so handlich, dass man sie leicht überall hin mitnehmen kann. „Auch ins Stadion oder aufs Spielfeld“, lacht Matsumura. „Fußball und Musik gehören für mich zusammen. Bei beiden geht es um Rhythmus. Ronaldinho spielt ja auch Gitarre.“

JamHub, eine Art virtueller Übungsraum

Schwerpunkt der Messe sind digitale und elektronische Neuheiten, wie die Eigenharp aus England, eine Mischung aus Fagott, Gitarre und Sequenzer. Auf einem Bauernhof begann Erfinder John Lambert 2001 mit der Entwicklung des „ausdrucksstärksten elektronischen Musikinstruments der Welt“. 120 Tasten hat die Eigenharp Alpha, die Miniversion Eigenharp Picco ist für jeden spielbar, so der Hersteller.

Nicht käuflich, aber als Fotomotiv geeignet ist das zwei Meter große Metronom der Firma Wittner aus Isny im Allgäu. Mitnehmen kann der Besucher aber Plastik-Metronome in knalligen Farben. Für Bands, die Ärger mit den Nachbarn haben, gibt es den JamHub, eine Art virtueller Übungsraum, in den sich die Band einstöpseln kann, sich selbst hört und niemanden stört.

Zur Musikmesse gibt es etwa 1.000 Konzerte und Workshops. Publikumstag ist Samstag von 9 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 27 Euro. Weitere Infos auf der Internetseite der Messe.

„Music Was My First Love“ heißt die Sonderausstellung der Heyne Kunst Fabrik aus Offenbach. Dort zeigt der Saarländer O. W. Himmel unter anderem einen Teppich und ein Schlagzeug aus Vinyl-Schallplatten. Vertreten sind außerdem heimische Firmen wie der Offenbacher Saitenhersteller Pirazzi, Hesse Drums aus Dietzenbach, der Edel-Gitarrenbauer Nik Huber aus dem Rodgau und der Holzblasinstrumentenbauer Hufnagel aus Dreieich. Nach den Fachbesuchertagen öffnet die Musikmesse am Samstag fürs normale Publikum. Dann zeigt die Internationale Vintage Show die beiden wertvollsten Gitarren der Welt: Eric Claptons „Blacky“ und Stevie Ray Vaughans „Lenny“. Zusammen sind sie 1,8 Millionen US-Dollar wert. Rock’n‘Roll ist halt nicht billig.

Quelle: op-online.de

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