Wundervolles Durcheinander

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Prominenter Märchenonkel: Der bekannte Schauspieler Friedrich von Thun las aus Shakespeares Werk.

Vor der malerischen Kulisse der Burgruine Dreieichenhain traf ein Publikumsrenner der Musikliteratur auf einen charmanten Erzähler, und was heraus kam, war eine kurzweilige Fusion von Musik und Text, die den Zauber von William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ lebendig machte. Von Franziska Ehrhardt

So verband sich das Meisterwerk des englischen Dramatikers mit der Schauspielmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Präsentiert wurde das muntere nächtliche Treiben in Musik und Wort von dem österreichischen Schauspieler Friedrich von Thun und den beiden Pianistinnen Anna und Ines Walachowski.

Die erste Hälfte des Programms gehörte jedoch zunächst ganz und gar dem Pianistinnenduo: An zwei Flügeln stellten die Schwestern aus Polen sich virtuos mit drei Preludes von George Gershwin, Darius Milhauds „Scaramouche“ und einer Fantasie über Gershwins „Porgy und Bess“ von Percy Grainger vor.

Nach der Pause nahm das amüsante Shakespearsche Verwirrspiel seinen Lauf: Das Schicksal des Feenkönigs Oberon und seiner Gemahlin Titania, bei denen der Haussegen mächtig schief hängt. Und die Liebesgeschichte zweier junger Paare, die sich im Wald verirren und erst nach mehreren Anläufen denjenigen lieben, den sie lieben wollen oder sollen. Im Zentrum der Verwechslungskomödie steht der schelmische Kobold Puck, der mit viel Zaubertrank seinen Schabernack treibt und sich mächtig über das ganze Chaos – freilich mit glücklichem Ausgang – freut.

Friedrich von Thun, bekannt aus Kinofilmen wie „Die Apothekerin“ oder „Schindlers Liste“ und durch seine Rolle als Kommissar in der Serie „Die Verbrechen des Professor Capellari“, fasste die Handlung der Shakespeare-Komödie mit viel Witz erzählerisch zusammen und verband diese Sichtweise von außen mit Originalpassagen. So gab er jener Musik, die Felix Mendelssohn Bartholdy zur Komödie komponiert hat, einen Rahmen und ließ das gefühlvolle Spiel der beiden Pianistinnen an einigen Stellen sogar mit dem Text ineinander fließen. Anna und Ines Walachowski interpretierten die Schauspielmusik Mendelssohns – darunter die sinnliche „Ouvertüre“, den berühmten „Hochzeitsmarsch“ und das flirrende „Finale“ – zu vier Händen mit großer Sensibilität, und so gelang ein wunderbares Sommernachtsdurcheinander, irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit, das seinen Zauber auch in einer nicht gerade sommerlichen Nacht in der Burg Dreieichenhain voll entfalten konnte.

Quelle: op-online.de

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