New Yorkerin auf Landpartie

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Untypisch für ein Ausstellungshaus: Mit Rachel Harrison hat das Landleben Einzug in den Frankfurter Portikus gehalten.

Heu bedeckt den Boden des Frankfurter Portikus. Der für eine Kunsthalle unübliche Belag ist Teil einer Ausstellung von Rachel Harrison. Die New Yorkerin greift künstlerisch ein Phänomen auf, das in den USA neu, bei uns schon lange beliebt ist: Ferien auf dem Bauernhof. Von Anke Steinfadt

Auslöser zu den Arbeiten ist ein Artikel aus der New York Times in dem es um einen Trend namens „Haycation“ geht – hay ist das englische Wort für Heu, „cation“ ist abgeleitet von vacation, zu deutsch: Urlaub. Der Begriff soll dem zunehmenden Wunsch der Menschen, Zeit auf dem Land zu verbringen, Ausdruck verleihen. Er hat der Ausstellung den Titel gegeben.

„Haycation“ von Rachel Harrison bis 17. Januar im Frankfurter Portikus, Alte Brücke 2. Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18, Mittwoch bis 20 Uhr.

Die Installation umfasst neun einzelne Objekte und Assemblagen, die im Raum miteinander in Korrespondenz stehen. Sie wurden eigens für die Ausstellung konzipiert. Im Kontrast zu Heu und Stroh stehen schrille Skulpturen in knalligen Farben, die aus dem Geschehen herausstechen wie womöglich so mancher Städter auf dem Land. Den „Grizzly Man“, ein Tierschützer, der in den Wäldern Alaskas unter Bären lebte und dem Werner Herzog einen Dokumentarfilm gewidmet hat, interpretiert die 1966 geborene Künstlerin als einen für Diätgetränke ausgewiesenen Verkaufsständer auf einem Podest aus Strohballen.

Harmonisch in Einklang zu stehen scheint das urbane Bewusstsein mit dem einfachen Landleben aus der Sicht Harrisons offensichtlich nicht. Obwohl die Idee von der Rückkehr zum „Ursprünglichen“ und die Vorstellung, dass man durch verschiedene, konträr angelegte Lebensstile Vollkommenheit erlangen könnte, in der westlichen Welt zunehmend kursiert. 

Quelle: op-online.de

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