Zauber der Südsee

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Den Einfluss Paul Gauguins zeigen Riccis Gemälde.

Paul Gauguin inspirierte Cristiano Mattia Ricci zu einer Reihe bunter, meist kleinformatiger Malereien mit zeichnerischen Elementen. „Vahine’s Ballad“ ist das Ergebnis der Auseinandersetzung. Riccis Werke sind derzeit in der Offenbacher Galerie Artycon zu sehen. Der Künstler lebt in Mailand und arbeitet als Architekt. Von Tina Owczarek

Im ersten Raum der Galerie hängen sieben einfarbig grundierte Zeichenpapiere an der Wand, zum Teil mit andersfarbigen Ausschnitten versehen. Mit Faserstiftzeichnungen bedeckte der Maler die weißen Aussparungen. Sie bilden eine verschlungene Ornamentik, die manchmal erst auf den zweiten Blick Gesichter erkennen lässt. Der Ausdruck erinnert an die Kunst der Inka oder Maya, an Statuen auf den Osterinseln oder Abbilder polynesischer Götter. Magnetisch saugen die Linien-Labyrinthe den Blick an. Je länger man schaut, desto mehr steigt die Faszination – Assoziationen tauchen auf.

„Cristiano Mattia Ricci: Vahine’s Ballad“, bis 9. Oktober in der Galerie Artycon, Wilhelmsplatz 2, Offenbach. Geöffnet Samstag von 11 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung: Tel.: 83008685, Tel.: 0179 6954048.

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Im zweiten Raum hängen weitere Variationen: Der Künstler beklebte großformatige Stoffflächen mit Flicken aus Jeans, Leder und anderen Materialien. Wieder lässt er weiße Flächen für Gesichter oder Hände frei; diese füllte er mit dem typischen Liniengewirr. Daneben hängen zwei schwarze, glänzende Holzbilder. Hellgrüne und pinkfarbene Schattenrisse bilden den Hintergrund für in den Malgrund gekratzte Gesichter.

Im Ausstellungstext erläutert Ricci seine Beschäftigung mit dem Thema: Vahine sind Maori-Frauen aus Polynesien, die für ihre Tänze berühmt sind. Ricci begeistert sich wie Gauguin für die Philosophie der indigenen Völker Ozeaniens. Er meint, sie könne in ihrer Modernität Bedeutung für die europäische Kultur erlangen.

Quelle: op-online.de

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