Zaubertrank zeigt Wirkung

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Gemeinsame Sache in Liebesdingen: Dennis Pfuhl als Gianni und Gustavo Quaresma als Nemorino

Drei angehende Opernsänger mit Komödiantenblut, ein versierter Puppenspieler und ein Pianist mit Sommerfrischen-Strohhut (Wolfgang Runkel) beflügeln derzeit Frankfurts „Oper unterwegs“. Von Klaus Ackermann

Mit einer von Deborah Einspieler gekonnt eingedampften und von Ute Engelhardt spannend inszenierten Version von Gaetano Donizettis „Liebestrank“, die zur Premiere kleine und große Menschen im Holzfoyer ebenso prächtig unterhielt, wie sie ohne belehrenden Zeigefinger Lust auf große Oper machte.

Eine Widerspenstige wird da binnen Stundenfrist gezähmt. Und daran haben zwei Handpuppen wieder großen Anteil. Thomas Korte, der auch das kunterbunte und praktische Bühnenbild geschaffen hat, schlüpft mit tragfähigem Bariton gleichermaßen in die Rolle des zwielichtigen Taschenspielers, wie er Labbo vorführt, den dienstältesten Putzlappen der Oper Frankfurt, der den Liebestrank mixt. Ein köstlicher Quacksalber, der ein Wässerchen gegen jeden Kummer bereithält und hessisch babbelt wie Heinz Schenk.

Anrührend ist zudem die sich ins gute Buch vergrabende Adina der Eun-Hye Shin (mit stimmstarkem Sopran), die ihren Liebhaber ziemlich lange zappeln lässt. Diesen Nemorino gibt Gustavo Quaresma zwischen Hoffen und noch mehr Bangen. Als cleverer Detektiv komplettiert Dennis Pfuhl das spielfreudige Ensemble aus dem Opernstudio und den Musikhochschulen Frankfurt und Mainz, den lieben Kleinen per Tanzspiel Bewegungsfreiheit schenkend. Die werden zu Mucksmäuschen, wenn Tenor Quaresma Donizettis Opernschlager „Una furtiva lacrima“ („Eine verstohlene Träne“) schmettert, was den Erfolg von „Oper unterwegs“ wieder einmal bestätigt, die das Publikum von übermorgen locken will.

„Der Liebestrank“, Kindern ab sechs Jahren empfohlen, ist acht Mal im Holzfoyer zu sehen und kann anschließend von Schulen für Aufführungen gebucht werden.

Quelle: op-online.de

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