Ruzicka-Affäre weitet sich noch einmal aus

Agentur will von Hoff Schadenersatz

Offenbach/Wiesbaden ‐ Die Affäre um den ehemaligen Werbemanager Alexander Ruzicka geht weiter und zieht wohl einen weiteren Prozess nach sich. Von Ralf Enders

Die Wiesbadener Mediaagentur Carat fordert per Mahnbescheid von den ehemaligen Inhabern der Werbeagentur Zoffel Hoff Partner (ZHP), Volker Hoff und Reinhard Zoffel, Schadenersatz in Höhe von 2,5 Millionen Euro, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Der Mühlheimer Volker Hoff war bis 2006 Gesellschafter von ZHP, über deren Konten Ruzicka 5,3 Millionen Euro seines Arbeitgebers Aegis Media veruntreut hat. Carat, das zur Aegis-Media-Gruppe gehört, will nun nachweisen, dass Hoff und Zoffel von Ruzickas Unterschlagungen gewusst haben.

Hoff bestätigte auf Anfrage unserer Mediengruppe den Eingang des Mahnbescheids von Carat und kündigte zugleich an, dagegen Widerspruch einlegen zu wollen. „Dass Carat damit an die Presse geht, zeigt die Seriosität dieser Firma. Ich habe mit meinen Anwälten gesprochen und sehe dem mit Ruhe und Gelassenheit entgegen.“

Ruzicka ist zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt

Somit kommt es voraussichtlich zu einem neuen Zivilprozess. Ende 2009 hatte der ZHP-Rechtsnachfolger Wunschkind Insolvenz angemeldet und war somit der Schadenersatzklage von Carat auf 7,5 Millionen Euro entgangen. Carat versucht nun offenbar, einen Teil des Geldes direkt von Hoff und Zoffel zu holen. Gegen Zoffel ermittelt die Staatsanwaltschaft in der Ruzicka-Affäre noch wegen Beihilfe. Im gesamten Aegis-Komplex sind noch 14 Verfahren anhängig. Ruzicka ist wegen schwerer Untreue rechtskräftig zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt.

Der 53-jährige Hoff war nach seiner Zeit bei ZHP von 2006 bis 2009 Hessischer Europaminister. Sein Landtagsmandat hat er vor einem Jahr auf öffentlichen Druck hin niedergelegt, nachdem er als Cheflobbyist zum Autobauer Opel gewechselt war. „Vorstand für Regierungskontakte“ heißt sein Posten dort offiziell. In Sachen Media, also Werbestrategie und Vermarktung, kooperiert Opel übrigens mit der Aegis-Tochter ACT Europe. Hoff sitzt noch für die CDU im Stadtparlament von Mühlheim, steht aber für die Kommunalwahl im März auf dem letzten Platz der Kandidatenliste.

Quelle: op-online.de

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